Engagement für Flüchtlinge ist ein Seismograph für Mitmenschlichkeit

 

Katholische Aktion fordert mehr Unterstützung für Freiwillige in der Flüchtlingshilfe

 

SALZBURG (eds/ka- 28. 3.2016) / Das gesellschaftliche Klima für Flüchtlinge wird immer rauer. Die politische Diskussion über blockierte Flüchtlingsrouten und „europäische Lösungen“ rückt die vielen positiven Initiativen von Organisationen, Pfarren und Einzelpersonen aus dem Blickfeld. Das beobachtet die Katholische Aktion der Erzdiözese und fordert mehr Unterstützung für helfende Freiwillige. Die Politik dürfe Hilfe für Flüchtlinge nicht auf  Ehrenamtliche abschieben, die ohnehin einen bewundernswerten langen Atem haben, sagt KA-Präsidentin Doris Witzmann.  

Vor allem im Zulassungsverfahren und an den Schnittstellen der Zuständigkeit von Bund, Land und Gemeinden zeigen sich deutliche Lücken in der staatlichen Versorgung, die bei den betroffenen Flüchtlingen oft rechtliche Desorientierung, Obdachlosigkeit oder unnötige Schwierigkeiten im Verfahren zur Folge haben. „Hier gibt es eine politische Verantwortung staatlicher Stellen, und freiwillige HelferInnen dürfen von der Politik nicht allein gelassen werden“, sagt Josef Mautner von der Katholischen Aktion.  

Zu der fordernden Gratisarbeit in der Flüchtlingshilfe komme bei vielen Freiwilligen noch die Belastung durch Ablehnung und Unverständnis in der Bevölkerung. „Wir erleben mit Betroffenheit, dass engagierte Menschen sich zunehmend im eigenen Umfeld, im Freundeskreis rechtfertigen müssen für ihren solidarischen Einsatz vor Ort und für ihr Auftreten gegen rechtspopulistische Aussagen einiger Politikerinnen und Politiker“, sagt Witzmann.  

Hilfe für Menschen in Not sei für christliche Menschen keine Fleißaufgabe, sondern unverzichtbar, erinnert die Katholische Aktion. Wer schon selbst nicht helfen kann, müsse wenigstens zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen, das den vielen Freiwilligen ihren Dienst erleichtert. Dazu gehört für die KA die politische Anwaltschaft und der Einsatz für eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung, weiter begleitende Seelsorge für alle Betroffenen sowie Förderung von Begegnung, Zusammenleben und Nachbarschaft. Gerade die vorösterliche Fastenzeit sei auch ein Anstoß, den westlichen Lebensstil zu hinterfragen, der Mitursache von Fluchtbewegungen ist.  

„Das vielfältige Engagement für Flüchtlinge ist ein Seismograph für Mitmenschlichkeit und die so oft zitierten christlichen bzw. „europäischen“ Werte“, sagt KA-Präsidentin Doris Witzmann. Sie dankt im Namen aller Einrichtungen der Katholischen Aktion den vielen Freiwilligen, die mithelfen, dass sich Zuversicht statt Angst und angemessene Problemlösungen statt Hass und Ausgrenzung durchsetzen.

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