Entscheidung für Priesterberuf: „Habe es nie bereut“

 

Erzbischof Franz Lackner zum Auftakt der Visitation mit Menschen aus Alpbachtal im Gespräch 

 

 

 

ALPBACH (eds-15.11.2019) / Erzbischof Franz Lackner war gestern Abend zum Auftakt der Visitation im Dekanat Reith im Alpbachtal zu Gast im Congress Centrum Alpbach. Der Salzburger Erzbischof kam dort mit Moderator und Bildungswerk-Direktor Andreas Gutenthaler und mehr als 200 Besucherinnen und Besuchern aus der Region über sein Leben und seinen Glauben ins Gespräch.

Vom Elektriker zum Erzbischof

Der außergewöhnliche Werdegang des Salzburger Erzbischofs ist eng mit seiner Glaubensbiografie verknüpft. Angefangen hatte alles im Elternhaus, in St. Anna am Aigen in der Südoststeiermark. „Das Beten war bei uns zu Hause immer selbstverständlich; aber dass Gott schimpft, das haben meine Eltern nie gesagt; darüber bin ich sehr froh, dass der Glaube bei uns gelebt wurde und nicht nur Pflicht war.“

Nach einer Elektrikerlehre und Tätigkeiten als Staplerfahrer und Betonierer verschlug es Lackner als Berufssoldat nach Zypern, wo er begann, die Bibel zu lesen. Eines Abends hatte er beim Lesen eine Erfahrung, die seine weiteren Lebensentscheidungen prägte: „Es war, als wäre Gott vorübergegangen. Nicht auf mich zu – nur vorüber. So ist Gott: Er rennt nicht auf uns zu, will uns nicht festmachen, drückt uns nichts auf – er bietet sich uns an, ist für uns da.“

Danach folgte eine eindrückliche kirchliche Karriere: Eintritt bei den Franziskanern, Priesterweihe, Studium in Rom, dortige Lehraufträge, Wahl zum Provinzial der Wiener Franziskanerprovinz, Ernennung zum Weihbischof von Graz-Seckau mit anschließender Bischofsweihe. Seit 2013 ist Lackner Erzbischof von Salzburg. „Die Entscheidung, Priester zu werden, war damals schwer – aber ich habe sie nie bereut.“

„Ich-Religion“: Herausforderung unserer Zeit

Mit Blick auf die Amazonas-Synode sieht Lackner im von Papst Franziskus formulierten Begriff der „Ich-Religion“ eine Herausforderung unserer Zeit: „Wir leben in einer Zeit, die stark vom Wort ‚Ich‘ geprägt ist; Wir kommen mit unseren Ansprüchen, Anfragen und Bitten vor Gott, verlangen, dass er sich unserer Weltsicht fügt, dass alles unseren Bedürfnissen unterliegt.“ Gott hingegen funktioniere anders, so Lackner. „Von Maria heißt es an einer Stelle der Bibel, dass sie nicht verstand, was Jesus sagt, aber sie bewahrte es in ihrem Herzen und dachte nach. So ist Gott; er fordert uns auch heraus, mutet uns Dinge zu.“

Im Anschluss an die Veranstaltung nahm sich der Salzburger Erzbischof noch Zeit für das persönliche Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern und signierte von der Rattenberger Buchhandlung Armütter bereitgestellte Ausgaben seines Buches „Kaum zu glauben“.

Fotos: Erzdiözese Salzburg

Organisation: Katholisches Bildungswerk Salzburg und das KBW des Dekanats Reith im Alpbachtal

 

 

 

 

 

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