Erzbischof Lackner: „Haus für Mutter und Kind ist ein Vorzeigeprojekt“

 

Woche für das Leben: Um den 1. Juni Gottesdienste in der Erzdiözese Salzburg

 

SALZBURG (eds-16. 5. 2019) / Als Auftakt zur Woche für das Leben, die jährlich um den 1. Juni in ganz Österreich gefeiert wird, besuchte Erzbischof Franz Lackner das Haus für Mutter und Kind, ein Projekt von Aktion Leben Salzburg. Der Verein bietet mit fünf Einzelzimmern mit eigenem Sanitärbereich und einer Gemeinschaftswohnung im Salzburger Kolpinghaus Schwangeren und jungen Müttern in prekären Situationen eine Starthilfe in ein eigenständiges Leben. Unterstützung erhalten sie von Betreuerinnen und Fachpersonal. 

Lackner: „Eine unglaubliche Aufgabe“

„Ein Kind, so hat mir einmal jemand gesagt, hat das Recht, seine Eltern auch überraschen zu dürfen. Manches Mal stellt die Ankunft eines Neugeborenen vor große, ja enorme, Herausforderungen; vor allem junge alleinerziehende Mütter in Ausbildung fragen dann: Wie kann ich meine Ausbildung beenden? Wie organisiere ich meinen Alltag? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich Fragen habe?“, sagt der Salzburger Erzbischof bei seinem Besuch. Das Haus für Mutter und Kind ermögliche Schwangeren aber auch jungen Müttern einen Weg in die Eigenständigkeit, unterstützt, stärkt und begleitet, so Lackner. „Müttern diese Starthilfe in ein neues Leben zu geben, das ist eine unglaubliche Aufgabe, die in diesem Haus vorbildlich geleistet wird; wahrlich ein Vorzeigeprojekt. Danke für diese wertvolle Arbeit.“

Nach Abschluss: Start ins eigene Leben

Derzeit wohnen fünf Frauen und vier Kinder im Alter von drei Jahren, einem Jahr und drei und neun Monaten im Haus für Mutter und Kind. Eine Bewohnerin erwartet in Kürze ihr erstes Baby. „Die Frauen wohnen hier in einer Wohngemeinschaft und unterstützen sich auch gegenseitig“, weiß Franziska Springer, pädagogische Mitarbeiterin im Haus für Mutter und Kind. Leiterin Michaela Reitsammer betont: „Es geht darum, den Frauen wieder den Weg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen. In der Zeit bei uns können sie ihre Ausbildung oder ihr Studium abschließen. Dann helfen wir bei der Wohnungssuche und bei den ersten Schritten in ihr eigenständiges Leben.“ Reitsammer und Springer betreuen die Frauen vor Ort. Sie unterstützen konkret bei Behördengängen, Alltagsproblemen, bei der Abklärung sozialrechtlicher Fragestellungen und der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung.

Nachfrage steigt an

Getragen wird das Projekt vom Verein Aktion Leben Salzburg, der sich der Beratung von Schwangeren in prekären Situationen und Müttern in Not verschrieben hat. Psychosoziale, juristische und Hebammenberatungen werden für betroffene Mütter in der Salzburger Zentrale in der Hellbrunner Straße 13 und mobil in Form von Hausbesuchen in den Regionen kostenlos angeboten. Die Vergabe eines Platzes im Haus für Mutter und Kind erfolgt über den Verein, informiert Geschäftsführerin Renate Roittner. Sie betont: „Wir merken in unseren Beratungen: die Nachfrage steigt an; auch nach einer Unterkunft. Oft müssen wir Frauen in der Zwischenzeit woanders unterbringen, weil die Zimmer, die uns im Kolpinghaus zur Verfügung stehen, besetzt sind.“

Gottesdienst für das Leben am 25. Mai

Der nächste Termine im Rahmen der Woche für das Leben findet am 25. Mai statt: Erzbischof Franz Lackner lädt zum Kindergottesdienst zum Thema „Stell dich in die Sonne“ in den Salzburger Dom ein, Start: 15 Uhr. Schon ab 14 Uhr stehen vor dem Dom Bastelstationen für die Kinder bereit. Nach dem Gottesdienst, um 16 Uhr, gibt es eine Begegnung mit dem Erzbischof für alle Kinder im Bischofsgarten; mit Agape und einem Erinnerungsgeschenk für jedes Kind aus der Hand des Erzbischofs.

Weitere Termine: Gottesdienste zur Woche für das Leben in der Erzdiözese Salzburg

 

 

Das Haus für Mutter und Kind ist eine Einrichtung, die auf Initiative von Erzbischof Alois Kothgasser und Landesrätin Doraja Eberle, im Herbst 2005 mit Mitteln des Landes Salzburg und der Erzdiözese Salzburg geschaffen wurde. Die Projektleitung liegt bei Aktion Leben Salzburg. Im Kolpinghaus Salzburg in Itzling stehen derzeit fünf Mutter-Kind-Zimmer mit eigener Dusche/WC und Gemeinschaftsräume, wie Wohnküche, Spielzimmer und Studien-Raum für dieses Projekt zur Verfügung. Aufgenommen werden volljährige Frauen, die entweder schwanger sind oder ein Kind haben und eine Ausbildung oder Studium beginnen oder abschließen wollen. Qualifizierte Betreuerinnen bieten Unterstützung und Begleitung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung, der Haushaltsorganisation, der Planung und Gestaltung eigener Lebensperspektiven und der Berufs- und Schulausbildung. Eine Eingewöhnungsphase bzw. berufliche Orientierungsphase ist dabei möglich. Über die Aufnahme entscheidet das Team der Aktion Leben Salzburg. Die Bewohnerinnen zahlen einen sozial verträglichen Kostenbeitrag.

Mehr Informationen unter: http://aktionleben-salzburg.at

Die „Woche für das Leben“ findet alljährlich um den Tag des Lebens am 1. Juni – zwischen Anfang Mai und Ende Juni – statt und wird vom „Forum Neues Leben“ getragen. Die österreichischen Diözesen, Pfarren, Institutionen, Schulen, geistlichen Bewegungen und einzelne Initiativen beteiligen sich gemeinsam und auf je eigene Weise daran. Im Mittelpunkt dieser Woche stehen Menschen in unterschiedlichen signifikanten Lebenssituationen: Familien (besonders mit kleinen Kindern), Schwangere, Kleinkinder, aber auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen und alte Menschen.

Mehr Informationen unter: https://www.wochefuerdasleben.net

Fotos: Neumayr/Leo

 

 

 

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