Europakloster Gut Aich feiert 25-Jahr-Jubiläum

 

Viertägiges Festprogramm mit Schwerpunkten Klosterheilkunde, Dankbarkeit und Kräuterweihe vom 12. bis 15. August

 

ST. GILGEN (eds/rupertusblatt-9. 8. 2018) / Am Anfang fehlte es an allem: Die Schubkarren waren durchgerostet, die Schaufelstiele abgebrochen, die Pläne unvollständig. „Es war fürchterlich. Niemand hat damit gerechnet, dass das Kloster Bestand haben könnte“, erzählt Prior P. Johannes Pausch von den schwierigen Anfängen des Europaklosters Gut Aich. Wenn man heute durch den Kreuzgang schreitet oder im Paradiesgarten sitzt, mit seinen wogenden Heilkräutern und dem plätschernden Brunnen, hält man das nicht mehr für möglich. „Dank der Gnade Gottes und der Freundlichkeit vieler Menschen haben wir es geschafft.“

Nöte und Freuden teilen

Dort, wo Anfang der neunziger Jahre ein verlassener Schweinestall stand, ist die Bibliothek untergebracht und an der Stelle eines kleinen Kinderheimes ist das Europakloster entstanden, das für seine Klosterheilkunde bekannt ist, das Hildegardzentrum, die Kellerei und seine Kunstwerkstätten. Der Auftrag des Hauses, der sieben Mönche und 40 Mitarbeiter: Verkündet die Frohe Botschaft und heilt die Kranken. „Die Menschen kommen her, in unser Haus, zu unseren Vorträgen und Seminaren, in die Sonntagsmesse, damit wir mit ihnen ihre Not teilen, aber auch ihre Freude.“ Als „Klagemauer des Landes“ hatte die damalige Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Gut Aich einmal bezeichnet. „Wir können oft selbst nicht begreifen, was das in den Menschen auslöst“, sagt P. Johannes, der gerührt durch die Einträge im Gästebuch blättert.

Heilsame Beziehungen

Bei all ihren Aktivitäten setzen die Benediktiner auf Ganzheitlichkeit: „Jedes Lebewesen – jedes Kraut, jeder Mensch – hat eine Wirkung auf ein anderes, körperlich, seelisch.“ So ist für die Brüder ein wichtiger Teil ihrer Spiritualität Beziehung – die Beziehung zu sich selbst, zu Gott, den Menschen, der Welt, zu den Dingen. „Beziehung ist Gesundheit. Wo ein Bruch in einer Beziehung ist, wird der Mensch krank. Durch ein gutes Wort aber können die Menschen an Leib und Seele gesund werden – aus dieser Überzeugung leben wir. Auch wenn das nicht immer einfach ist“, räumt er ein.

Ein wichtiger Teil der Klosterheilkunde, wie die Benediktiner von Gut Aich sie verstehen, ist die Dankbarkeit. „Sie macht uns gesund, befreit uns von Mutlosigkeit und Resignation. Jede Situation, die mir begegnet, ist eine Gelegenheit, um dankbar zu werden. Selbst ein Streit kann eine Gelegenheit sein, um ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Man müsse nur offen sein – das habe er in den vergangenen 25 Jahren immer wieder erlebt. „Nach vier Jahren sind die alten Heizungsrohre durchgerostet. Damals war ich dafür natürlich nicht dankbar. Aber wir haben viel Unterstützung bekommen – und viel Kopfschütteln, als wir auf eine Hackschnitzelanlage und Solarenergie umgestiegen sind, weil wir geahnt haben, dass wir anders mit Energie umgehen müssen. Heute bin ich dankbar für die damalige Rohrbruchkatastrophe.“

Dankbar bleiben

Was sich der Prior für die nächsten 25 Jahre Europakloster wünscht? „Nichts mehr. Denn wenn man um etwas betet, besteht die Gefahr, dass Gott diese Wünsche erfüllt. Vielleicht wünsche ich mir für mich selbst, dass die Grundhaltung der Dankbarkeit bleibt, dass ich ein hörender, hoffender, liebender Mensch bleibe.“

 

Festprogramm:

So., 12. 8., ab 9.00 Uhr, Tag der Familie mit Kindergottesdienst und Kasperltheater.
Mo., 13. 8., ab 9.30 Uhr, Tag der Klosterheilkunde (Workshops).
Di., 14. 8., ab 9.00 Uhr, Tag der Dankbarkeit.
Mi., 15. 8., 9.00 Uhr, Kräuterweihefest und Jubiläumsgottesdienst.
Info & Anm. zu den Workshops: iris.feitzinger@europakloster.com, Tel. 06227/2318 112, www.europakloster.com.

 

Foto (eds): P. Johannes Pausch im Paradiesgarten: Dort wird ein Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten stattfinden.

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