Fahnen, Lichter, Musik und Gebet für den Frieden

 

Tausende bei der Auftaktveranstaltung des "Offenen Himmels" in Salzburg

 

SALZBURG (eds/wk - 2. 10.- 2015) / Dass Salzburg zu einem Brennpunkt in der Flüchtlingskrise geworden ist, prägt auch die  10. Begegnungswoche „Offenen Himmel“ mit, die die Erzdiözese Salzburg heute Abend in der Salzachstadt eröffnet hat. Mit Lichterzügen von allen Salzachbrücken und vom Flüchtlingslager im Süden der Stadt, weißen Fahnen, Gebeten und einem Friedenskonzert im Dom wurden deutliche Zeichen gesetzt. „Musik vereint, tröstet und stiftet Frieden“, sagte Erzbischof Franz Lackner vor tausenden Zuhörern im Dom. Der Dom zeigt im Hauptschiff durch meterlange Fahnen des Künstlers Karl H. Kaltner die ganze Woche ein ganz besonderes Gesicht. Der „Offene Himmel dauert bis Sonntag, 11. Oktober.

Der Erzbischof erinnerte im „Opera Concert for Peace“ daran, dass „wir bei dieser Musik an jene denken, die derzeit durch Europa marschieren, weil sie ihr Land verlassen mussten“. Er lud ein, über die Caritas Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen. „Jetzt müssen wir helfen, so gut wir können“, stellte der Oberhirte fest.

In dem Konzert im Dom, das der Chor und das Orchester aus 170 Schülerinnen und Schülern des Musischen Gymnasiums mit mehreren Solisten gestaltete, wurde unter anderem auch Werke aus Haydns „Missa in tempore belli“ („Messe in Kriegszeiten“) und klassische Opernarien präsentiert. ORF-Reporter Christian Wehrschütz betonte, dass die derzeitigen Kriege die Ursache für die Flüchtlingswelle seien. „Ich bin täglich mit den Folgen des Krieges konfrontiert“, sagte er. Er habe großen Respekt vor denen, die trotzdem in ihrem Land bleiben, „weil sie einen großen Willen zum Überleben haben".

Basil, ein Flüchtling aus Syrien, erzählte, wie er mit einem Boot von der Türkei nach Griechenland gekommen sei: „50 waren auf dem Boot, 15 davon sind gestorben“. Er sei über Mazedonien nach Serbien und von dort nach Österreich gekommen. „Ich bin dankbar für eure Hilfe“, sagte er. Seit vier Monaten wartet er jetzt auf einen Asylbescheid.

Der „Offene Himmel“ bietet in 35 Pfarrgemeinden der Stadt Salzburg und im Dekanat Bergheim vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung, zur Besinnung, zum Kreativ Werden, aber auch zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Brennpunkten. „Alle Veranstaltungen haben letztlich einen Sinn, dass wir uns vom Himmel verlocken lassen, ein bisschen mehr das zu werden, wozu uns Gott gedacht hat“, sagt Projektleiter Wolfgang Müller vom Seelsorgeamt.

Weitere Informationen: www.offenerhimmel.at

Foto: Erzbischof Franz Lackner lud im „Opera Concert for Peace“ ein, solidarisch zu sein mit den Menschen, die derzeit auf der Flucht sind. Foto: EDS  

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