Fast vergessenen Hofkapellmeister Gatti gewürdigt

 

Tagungsband über Luigi Gatti wurde im Salzburger Bischofshaus präsentiert

 

SALZBURG (eds / 23. 10. 2017) / Vor zahlreichen Interessenten präsentierten die Autoren am 21. 10. im Bischofshaus den Tagungsband „Luigi Gatti (1740−1817) − La musica a Mantova e a Salisburgo tra Sette e Ottocento”. Das Buch ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Conservatorio in Mantua und dem Archiv der Erzdiözese Salzburg, die Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr als „sehr erfreulich“ bezeichnete. Der Band fasst die Ergebnisse des ersten gemeinsamen Symposiums, das im Oktober 2010 in Mantua stattfand, zusammen.

Luigi Gatti, der aus Mantua gebürtige letzte Salzburger Hofkapellmeister, bestimmte Salzburgs Musik- und Kulturleben mehr als 30 Jahre lang − und ist dennoch heute fast vergessen. Weil eben Mozart und Haydn alles überstrahlten. Der von seinen Zeitgenossen hoch verehrte Komponist wirkte zunächst vornehmlich in Mantua, wo er zum Priester geweiht wurde. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Musiker der Mantuaner Hofkirche Santa Barbara gründete sein baldiger Ruhm vor allem auf der Komposition von Opern.

1782 wurde Gatti von Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo für das Salzburger Hofkapellmeisteramt engagiert. In Salzburg schuf Gatti in 35 Jahren viele geistliche und weltliche Werke. „Im Salzburger Domarchiv sind mehr als 20 Messen, elf Litaneien, vier Vespern und zahlreiche kleine kirchliche Werke erhalten“, berichtete Eva Neumayr vom Diözesanarchiv. Gatti habe ein freundschaftliches Verhältnis zu Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart gepflegt. „Er war einer der ersten, die nach Mozarts Tod dessen Musik in Salzburg weiter aufführten“, sagte Neumayr.

Der vor 200 Jahren in Salzburg verstorbene Luigi Gatti wurde auf dem Sebastiansfriedhof begraben, wo zuvor auch Leopold Mozart seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Herausgeber des Tagungsbandes ist Alessandro Lattanzi unter Mitarbeit von Eva Neumayr und Lars Laubhold.

 

Foto: Das Buchcover.

 

 

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