Festakt für Fürsterzbischof Paris Lodron im Salzburger Dom

 

Kirche und Politik würdigten Vollender des Salzburger Domes, der Salzburg vor den Wirren des Dreißigjährigen Krieges bewahrte

 

 

 

SALZBURG (eds-14.11.2019) / Mit einem Festakt im Salzburger Dom haben am Mittwochabend Kirche und Politik Fürsterzbischof Paris Lodron (1586-1653) gewürdigt. Der Termin war bewusst gewählt: Exakt vor 400 Jahren, am 13. November 1619 wählte das Salzburger Domkapitel den damals 32-jährigen Grafen Paris Lodron zum Fürsterzbischof. Lodron gründete u.a. 1623 die Salzburger Universität und beendete 1628 den Bau des Salzburger Doms.

"Als Vollender des Salzburger Domes ist er alltäglich im Erscheinungsbild unserer Stadt präsent. Geschickt und nachhaltig hat er sich Zeit seines Lebens für Freiheit, Frieden und für den Glauben eingesetzt", würdigte Erzbischof Franz Lackner seinen Amtsvorgänger.

Der Fürsterzbischof sei seit seiner Kindheit der franziskanisch-kapuzinischen Frömmigkeit verbunden gewesen, so Lackner weiter. "Überhaupt war Paris Lodron ein großer Wohltäter und Förderer der Minderbrüder des Heiligen Franziskus. Die Franziskaner dankten es ihm, indem sie Jahrhunderte hindurch Predigt- und Beichtdienst in diesem Gotteshaus übernahmen." Paris Lodron seinerseits habe die Bestattung seines Herzens bei den Kapuzinern verfügt.

Als "Herrscher mit gesundem Augenmaß mit der wahrscheinlich intensivsten Amtszeit aller Salzburger Erzbischöfe", beschrieb Landeshauptmann Wilfried Haslauer Paris Lodron. Landeshauptmann und Erzbischof hatten gemeinsam zu dem Festakt in den Dom geladen, bei dem Prälat Johannes Neuhardt den Festvortrag hielt. Das größte Verdienst des Erzbischofs sei es demnach gewesen, "dass er im Land den Frieden erhalten hat". Und das zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Neuhardt: "Salzburg ist im Dreißigjährigen Krieg das gewesen, was die Schweiz in den beiden Weltkriegen gewesen ist - eine Insel des Friedens. Und er hat auf Bildung gesetzt, Informationen wurden damals fast ausschließlich über das Bild und nicht über den Text vermittelt.

Landeshauptmann Haslauer wies in seinen Ausführungen aber auch auf die großen Anstrengungen hin, die es bedurfte, um Salzburg als "Insel des Friedens" zu erhalten: "Die Bedrohung durch fremde oder auch durch verbündete Truppen im verheerenden Dreißigjährigen Krieg war mehrfach abzuwenden. Der Preis dafür: Geld, Kriegsgerät und Truppen waren zu entrichten. Hunger, Flüchtlingsmassen, Bauernaufstände und mehrfache Seuchenzüge waren zu bewältigen."

Die Familie der Grafen von Lodron stammt aus dem heutigen Trentino. Erst am Wochenende hatte eine Salzburger Delegation mit Landeshauptmann Haslauer Trient besucht. Ein großer Festakt und die Erneuerung der Partnerschaft zwischen Salzburg und Trient waren die Höhepunkte.

"Vater des Vaterlandes"

Graf Paris Lodron wurde am 28. November 1586 in Italien geboren und starb am 15. Dezember 1653 in Salzburg. Ab 1619 war er Erzbischof von Salzburg. Er bewahrte das Land im 30-jährigen Krieg vor Einfällen, ließ Hohensalzburg und die Grenzpässe befestigen, bezog Mirabell in den Stadtraum ein, vollendete den Dom, errichtete das Marianum und das Rupertinum und ließ das Iglinger Moos und Schallmoos trockenlegen.

Durch die Fertigstellung und Ausstattung des Doms setzte Paris Lodron politisch Zeichen und künstlerisch Maßstäbe. Die Domweihe 1628 war ein prunkvolles Fest und eine selbstbewusste Machtdemonstration. Der Neubau wurde zum Vorbild für Kirchen in Bayern und Österreich. Unter den Künstlern, die am Dom arbeiteten, sind an erster Stelle der Architekt Santino Solari (1576-1646) und der Maler Arsenio Mascagni (um 1570-1637) zu nennen. Neben ihren Werken sowie den vielerorts neu errichteten Altären prägen vor allem die prächtigen Goldschmiedearbeiten und Gewänder die Kunst jener Zeit.

Durch die Gründung der Universität sowie die Förderung von Klöstern, Stiften und Bruderschaften brachte Paris Lodron trotz der schwierigen Zeitumstände auch dem geistigen und geistlichen Leben Salzburgs einen Aufschwung. Der Fürsterzbischof hatte 1620 von Kaiser Ferdinand II. die Erhebung des von seinem Amtsvorgänger Erzbischof Markus Sittikus (1612-1619) gegründeten Gymnasiums zur Akademie erwirkt. 1622 erlangte Paris Lodron dann die kaiserlichen Universitätsprivilegien und 1625 bestätigte Papst Urban VIII. die Salzburger Gründung. In Anerkennung seiner Leistungen wurde Paris Lodron am Ende seines Lebens als "Vater des Vaterlandes" verehrt.

 

Foto: Erzbischof Franz Lackner im Gespräch mit Mitgliedern der Familie Lodron-Laterano / Foto: Erzdiözese Salzburg

Fotos 2-3: Festakt im Salzburger Dom / Foto: Neumayr

Fotos: 4-5: Festakt im Salzburger Dom / Foto: Erzdiözese Salzburg

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