Für viele Menschen geht es ums Überleben

 

Flut-Katastrophe in Mosambik: Kirchliche Organisationen bitten dringend um Spenden

 

SALZBURG (kap/eds-27. 3. 2019) / Nach der Zyklonkatastrophe in Mosambik bitten kirchliche Organisationen dringend um Spenden für die Soforthilfe. Für viele Menschen in dem südostafrikanischen Land gehe es „ums nackte Überleben“, meint etwa Franz Hehenberger, Geschäftsführer von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Organisation der Katholische Männerbewegung. Auch „Jugend Eine Welt“ bittet dringend um Unterstützung für die Don Bosco-Nothilfe vor Ort. „Durch die aktuelle humanitäre Katastrophe stehen nun unzählige Menschen, die ohnehin kaum das Notwendigste zum Leben hatten, buchstäblich vor dem Nichts“. Betroffen seien vor allem die Provinzen Sofala und Tete, wo beide NGOs Entwicklungsprogramme unterstützen. 

„Infolge der Zerstörungen und Überflutungen sind rund 95 Prozent aller Häuser zerstört worden. Die Menschen in Mosambik stünden vor dem Nichts und brauchen dringend unsere Hilfe“, so Hehenberger. Der Geschäftsführer von SEI SO FREI warnte auch vor einem Ausbruch von Seuchen, denn in der Region sei schon bisher Malaria die häufigste Todesursache gewesen. „Der Höhepunkt der Katastrophe ist noch nicht vorbei. Es regnet nach wie vor, weite Landstriche stehen tief unter Wasser.“ Noch fehle es an detaillierten Informationen, welche Projekte, die in entlegenen Dörfern liegen, die Katastrophe überstanden haben. „Diese Ausnahmesituation macht mich sehr betroffen. Im August habe ich persönlich erfahren, wie zuversichtlich die Familien aus unseren Kursen in die Zukunft blickten.“ 

Sorge um Projekte im Katastrophengebiet

SEI SO FREI fürchtet um die Schulen und Bildungsprojekte, die seit 18 Jahren dank der Partnerorganisation „Esmabama“ in der Provinz Sofala laufen. Schwerpunkte sind Alphabetisierungskurse für Erwachsene „unter dem Schattenbaum“ und Fortbildungen für Lehrkräfte. „2014 wurde auch mit einem Landwirtschaftsprojekt begonnen, weil Bodenbearbeitung für die bitterarmen Menschen auf dem Land die Lebensgrundlage darstellt. Sie haben weniger als einen Euro pro Tag zum Leben“, weiß Wolfgang Heindl, Projektreferent von Sei So Frei der Erzdiözese Salzburg.

Infolge des Tropensturms seien nicht nur die Häuser in den Städten, sondern auch die einfachen Lehmhütten der bitterarmen Landbevölkerung zerstört worden, so der Bericht von Esmabama-Leiter Fabrizio Graglia aus Mosambik. Außerdem wurden die Felder und Gemüsegärten der Landbevölkerung verwüstet „und damit ihre gesamte Nahrungsquelle“. Die Menschen müssten unter Planen leben und würden versuchen, sich so vor dem Regen zu schützen.

„In ärmeren Vierteln sind die Häuser total zerstört und stehen unter Wasser. Die Menschen haben ihr Zuhause verloren und suchen in Schulen oder Bürogebäuden Zuflucht – sie sind verzweifelt und auf sich alleine gestellt“, schildert Graglia die Situation in Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks mit rund 500.000 Einwohnern. Der Esmabama-Leiter beschreibt lange Schlangen vor Tankstellen und Banken, da Treibstoff und Bargeld knapp werden würden. Zusätzlich dazu sei die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen, was die die Situation zusätzlich verschlimmere. „Die Menschen müssen die wenigen Wasservorräte rationieren.“

Trinkwasser und Nahrungsmittel als Soforthilfe

„Als Soforthilfe sind vor allem Trinkwasser, Nahrungsmittel und Dinge, die man für das tägliche Leben braucht, notwendig“, meldet der „Jugend Eine Welt“-Projektpartner Elias Chivale aus der Provinz Sofala. Die Projektpartner der Hilfsorganisation – die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern – seien vor Ort und würden derzeit alle verfügbaren Kräfte mobilisieren, um den notleidenden Menschen zur Seite zu stehen.

Caritas schickt zwei Katastrophenhelfer nach Mosambik

Die Caritas Österreich entsandte angesichts der dramatischen Lage zwei Katastrophenhelfer in das Krisengebiet. Andreas Zinggl und Harald Grabher unterstützen die Caritas in Mosambik bei der Koordination der Hilfe. „Die Menschen im Katastrophengebiet im südlichen Afrika haben alles verloren. Sie brauchen jetzt dringend ein Dach über dem Kopf, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe“, unterstreicht Caritas-Präsident Michael Landau und bietet dringend um Spenden für die Betroffenen des Zyklons. „Bitte helfen Sie mit, denn jeder Euro zählt.“

  • SEI SO FREI Spenden: AT10 3500 0000 0001 4100 
  • Jugend Eine Welt Spenden: AT66 3600 0000 0002 4000 
  • Caritas Spenden: AT92 6000 0000 0770 0004

Foto: Hilfsorganisationen befürchten hunderte Tote in Mosambik, Simbabwe und Malawi. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden durch den Zyklon Idai obdachlos. / Foto: Erzdiözese Salzburg/SEI SO FREI

 

 

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