Geborgene Schritte in die Selbständigkeit

 

Fähigkeiten erhalten, Neues lernen und vielleicht auch den Schritt in die Arbeitswelt schaffen: Das sind die Ziele im neuen Tageszentrum Elixhausen. Neben Mittersill betreibt die Caritas damit das erste Tageszentrum im Großraum Salzburg für Menschen mit Beeinträchtigung ab 18 Jahren.

 

ELIXHAUSEN (eds/juw - 20.1.2016) /„Die Caritas wird zur Anwältin für Menschen, denen es nicht so gut geht“, sagte Erzbischof Franz Lackner bei der Segnung des neuen Zentrums. Von Montag bis Freitag können die Jugendlichen das ganze Jahr über das neue Tageszentrum besuchen, zur Zeit sind es sechs junge Erwachsene – darunter die 17-jährige Eva. „Eva ist unsere Postbotin“, sagt Einrichtungsleiterin Natalie Druckenthaner. „Natürlich ist es nötig, die Post vom Postkasten zu holen. Daneben übt sie so das Gehen, damit sie diese Fähigkeit nicht verlernt“, erklärt sie. Der Tag gibt den Klienten Struktur und so Sicherheit: „Wir machen eine Vormittagsjause und essen gemeinsam zu Mittag.“ Dazwischen und danach liegen Fördereinheiten – üben, selber den Löffel zum Mund zu führen oder einen Stift zu halten und zu malen – Ruhephasen und Therapieeinheiten, die in Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk stattfinden.

Viele Menschen mit Beeinträchtigung können nach dem Ende der Schulpflicht nicht sofort in die nächste Betreuungseinrichtung eingegliedert werden. Das wäre aber wichtig, um gelernte Fähigkeiten zu erhalten. „Man kann gar nicht genug wertschätzen, was Eltern bei Pflege und Betreuung 24 Stunden täglich leisten“, zollt Caritasdirektor Johannes Dines Respekt. „Das Tageszentrum bietet ihnen auch Entlastung.“

Das Tageszentrum liegt im Ort, die Klienten sollen in das Gemeindeleben eingebunden werden. „Das ist auch in der Pfarre vorstellbar“, meint Pfarrassistent Gerhard Schaidreiter. Bis Sommer kann die Zahl der Klientinnen und Klienten auf 20 anwachsen – Plätze sind noch frei. Das Angebot in Zusammenarbeit mit dem Land ist für die Eltern kostenlos.



„Mir wurde große Angst genommen“

Interview mit einer Mutter

RB: Erzählen Sie bitte ein bisschen von Ihrer Tochter!
Gerner: Eva ist 17 Jahre alt. Sie hat genetisch bedingte körperliche und geistige Beeinträchtigungen. Sie ist von ihrer Motorik her eingeschränkt, aber ein fröhliches und ausgeglichenes Mädchen.

RB: Wie kann Sie und Ihre Familie das neue Angebot entlasten?
Gerner: Mir wurde eine große Angst genommen. Eva besuchte das Sonderpädagogische Zentrum Oberndorf, es ist eine große Bereicherung, dass wir nach der Schule so einen guten Platz gefunden haben. Für Eltern bedeutet die gute Betreuung Lebensqualität, Freiheit und mehr Zeit für einen selbst. Ich war geringfügig beschäftigt, jetzt kann ich die Stunden erhöhen.

RB: Wie war die Umstellung von der Schule auf das Tageszentrum für Eva?
Gerner: Es war eine große Umstellung. Aber Eva wird hier liebevoll und herzlich betreut, sie hat den Umstieg gut gemeistert. Sie ist sehr sensibel und bekommt mehr mit, als man annehmen könnte. Eva hat gemerkt, dass nach der Schule die Arbeit folgt. Deshalb kommt sie gerne ins Tageszentrum und hilft beim Kochen, Staubsaugen und Post holen.


Jede Spende hilft... bei der Anschaffung von Therapie- und Fördermaterial und für das Angebot an Physio- und Ergotherapiestunden. IBAN: AT11 3500 0000 0004 1533, BIC: RVSAAT2S, Zweck: Tageszent-rum Elixhausen. Wer sich für einen Platz im Tageszentrum interessiert, kann sich bei der Caritas ( Tel. 0662/849373) melden.

Bilder: Eva und ihre Mutter Andrea Gerner freuen sich über den guten Platz im Tageszentrum.
Erzbischof Franz Lackner und der evangelische Pfarrer Dietmar Orendi segneten die Räume. 
Caritas-Bereichsleiter Thomas Thöny, Zentrumsleiterin Natalie Druckenthaner, Caritasdir. Johannes Dines und LR Heinrich Schellhorn stellten das Angebot vor (von links).

Fotos: eds/juw

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