Gefährdet durch Feuer und Wasser

 

Kulturgüter, wie sie die Archive der Diözesen und Ordensgemeinschaften beherbergen, sind unersetzbar. Daher muss für einen Notfall vorgesorgt werden

 

SALZBURG (eds/roi 30.01.2020) / Als im April 2019 in Paris der Dachstuhl der Kathedrale Notre Dame lichterloh brannte, war klar, dass hier wertvollstes Kulturgut unwiederbringlich verloren ging. Auch in den Archiven kirchlicher Einrichtungen werden kulturelle Schätze verwahrt. Was hier in einem Notfall zu tun ist, damit beschäftigten sich Archivare und Bibliothekare kirchlicher Einrichtungen kürzlich in Salzburg. 

Leider kommt immer wieder Archiv- oder Bibliotheksgut durch Feuer oder Wasser zu Schaden. Der Archivar der Diözese Linz, Klaus Birngruber, schilderte die Folgen des Brandes eines Pfarrarchivs. Zu Pfingsten 2018 brannte der Pfarrhof von Frankenmarkt und mit ihm das Pfarrarchiv, das sich „genau dort befand, wo die Feuerwehr hineingespritzt hat“. Da die Matrikenbände in massiven Holzkästen aufbewahrt wurden, die den Flammen gut standhielten, waren „nur die Buchrücken knusprig“, erzählte Birngruber. Freiwillige Helfer hätten die Bücher mit Löschkartons stabilisiert und dann Seite für Seite mit kalter Luft geföhnt.

Aus solchen Katastrophen hat man gelernt und spezielle Notfallübungen etwickelt, wie Peter Tampier,vom Kunsthistorischen Museum Wien schilderte. Die Übungsannahme: ein Wassereinbruch, bei dem verschiedenste Objekte unter Wasser geraten. Übrigens eine der häufigsten und wegen der Langzeitfolgen, wie Schimmelbildung, wohl schlimms-ten Katastrophen für ein Archiv. Getestet wurde dabei die Tauglichkeit eines speziellen Notfallkastens – ein Behälter mit Utensilien zur Erstversorgung durchnässter oder angebrannter Kulturgüter.

Schutzvorkehrungen für das Archiv und die Bibliothek des Stiftes Melk beschrieb dessen Sicherheitsbeauftragter Gerhard Scheiber. Im Kloster gebe es viele Präventionsmaßnahmen – vom Alarmknopf mit direkter Verbindung zur Polizei, eigene Objektschutzkoffer und Notfallkisten. „Das Schlimmste ist nicht das Ereignis selbst, sondern chaotisches, nicht geplantes Reagieren darauf“, schilderte Larissa Rasinger, Archivarin des Schottenstiftes in Wien. Sie präsentierte ihren Notfallplan, der von der Alarmierung bis zur Wiederaufnahme des Normalbetriebes eines Archivs reicht. Der Notfallplan decke verschiedene Szenarien ab. Es gelte, in den Notfallplan den Kampf gegen die Zeit aufzunehmen, vor allem bei Wassereinbruch, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Foto: Für den Notfall gut gerüstet ist das Benediktinerscift Melk. Dessen Sicherheitsbeauftragter Gerhard Scheiber hat einen umfangreich bestückten Notfallwagen zusammengestellt, damit im Ernstfall schnelle Hilfe für die unwiederbringlichen Schätze des Stiftes möglich ist.

Foto: eds/Stift Melk

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