Glaube braucht auch Vernunft

 

Erzbischof Lackner und Grazer Theologe Esterbauer wenden sich gegen atheistische "Glaubst du noch oder denkst du schon?"-Polemik

 

SALZBURG (eds/kap - 18.4.2016) Glaube ist nach christlichem Verständnis nichts Irrationales. Er darf sich auch nicht im Für-wahr-Halten von Glaubenssätzen erschöpfen. Darin waren sich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner und der Grazer Ordinarius für Christliche Philosophie, Reinhold Esterbauer, bei einem Podiumsgespräch zum 75-Jahr-Jubiläum der Theologischen Kurse einig.  

Der von atheistischen Vereinigungen propagiert Slogan "Glaubst du noch oder denkst du schon?" sei unzutreffend. Denn er gehe davon aus, dass "Glauben" einer noch unreifen Phase des Menschseins angehöre, die vom "Denken" des modernen und mündigen Menschen abgelöst werden müsse. Doch der Glaube suche das Verstehen, um sich über das Zeugnis des authentisch gelebten Lebens hinaus auch mit Argumenten mitteilen zu können, unterstrichen Lackner und Esterbauer laut einer Aussendung am Montag.  

Im Rahmen der Festveranstaltung in Salzburg-St.Virgil Salzburg merkte Erzbischof Lackner aber auch an, dass er bei seinen Begegnungen mit Menschen in und außerhalb der Kirche weniger eine kritische Infragestellung des Glaubens als vielmehr Gleichgültigkeit und nihilistische Tendenzen bemerke. Den ungläubigen Menschen scheine nichts zu fehlen. Esterbauer demgegenüber optimistisch: In Gesellschaft und Philosophie würden die Sinnressourcen, die das Christentum einbringt, zunehmend gewürdigt.   

Seit 75 Jahren ist es Kernauftrag und -anliegen der katholischen Erwachsenenbildungseinrichtung der Theologischen Kurse, Menschen ein fundiertes, rational begründbares und kritikfähiges Glaubensverständnis zu erschließen. Eine Festveranstaltung zum Jubiläum beginnt am Freitag, 29. April, um 18 Uhr im Bildungshaus Batschuns unter dem Titel "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Der Feldkircher Bischof Benno Elbs, der Salzburger Theologe Franz Gmainer-Pranzl und Caritasdirektor Walter Schmolly beleuchten dabei verschiedene Facetten des Glaubens an Jesus Christus im Verhältnis zur Vielfalt der Religionen. Elbs zeigt die Relevanz der Konzilserklärung "Nostra Aetate" fur das kirchliche Leben auf.

Foto: Erzbischof Lackner mit Festgästen in St. Virgil. Foto: Schwarzmann

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