Haltung wirkt – positive Impulse für Freiwillige

 

Diakonieseminar in St. Virgil mit Franz Küberl – der frühere Caritas-Präsident sagt: Ehrenamtliche sind Nervenstrang der Menschlichkeit

 

SALZBURG (eds-8. 11. 2019) / „Verstehen Sie Kritik als Lob, auch ein kritisches Wort kann Ansicht und Einsicht erweitern.“ Das war der erste Tipp, den Franz Küberl für die Teilnehmenden beim Diakonieseminar am Freitag in St. Virgil in Salzburg parat hatte. Der frühere Präsident der Caritas Österreich referierte über die „Sprache des Helfens“ und hielt ein engagiertes, differenziertes und kritisches Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit. Unmissverständlich stellte er klar: „Keine Fehler macht nur der, der nie geholfen hat.“ Über den Wert des Ehrenamts meinte er: „Ehrenamt setzt etwas in Gang, es hilft den Menschen und bringt die Leute zusammen.“

„Man muss die Menschen mögen.“ Das ist laut Küberl die unumgängliche Voraussetzung zum Helfen. Motive des Helfens definierte er mehrere – von religiösen Gründen bis zur „Selbststärkung“. Wobei er letzteres nicht mit Egoismus gleichsetzen wolle. „Der Helfende gewinnt für sich an Kommunikationsfähigkeit, an sozialen Verbindungen oder Netzwerken. Das ist doch gut.“

Küberl berichtete weiters aus seinem großen Erfahrungsschatz als Direktor der Caritas Graz-Seckau (1994 bis 2016) und langjähriger Präsident der Caritas Österreich. Er wisse nur zu gut, dass Hilfe Grenzen hat. Nicht nur einmal sei er mit Situationen konfrontiert gewesen, wo Menschen in furchtbarer Not waren und die Hilfsmittel nicht ausreichten. „Aber aus Grenzerfahrungen kann unter Umständen etwas Neues entstehen. Wichtig ist es, darüber zu reden“, so die Empfehlung des Referenten, der den Anwesenden noch etwas Zentrales mitgab: „Wer anderen hilft, muss Enttäuschungen aushalten. Auch jene, denen geholfen wird, sind nicht vollkommen.“

Diakonieseminar –  Dank und Angebot zum Auftanken für freiwillig Engagierte

 Freiwilliges Engagement ist sinnvoll wie sinnstiftend und in unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Ohne die vielen Freiwilligen würden pfarrliche, soziale, kulturelle und viele andere Bereiche um vieles ärmer sein oder gar nicht funktionieren. Dieses Engagement braucht aber auch immer wieder einen positiven Antrieb. Genau hier setzte das Diakonieseminar an und lieferte Impulse und Anregungen: mit den Referaten von Franz Küberl und von Lucia Greiner, Seelsorgeamtsleiterin der Erzdiözese Salzburg. Bei diversen Workshops befassten sich die rund 40 Teilnehmenden mit folgenden Fragen: Was stärkt mich im Ehrenamt? Welches Signal sende ich für die Gesellschaft aus? Woher kommt meine Motivation? Welchen Sinn finde ich in meiner freiwilligen Tätigkeit?

Das Diakonieseminar ist eine gemeinsame Veranstaltung von Caritas und Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg und dem Katholischen Bildungswerk. Das jährliche Angebot richtet sich vor allem an Engagierte in den Pfarren und Gemeinden, Caritas Haussammlerinnen und -sammler, ehrenamtliche Mitarbeitende im Katholischen Bildungswerk, Menschen, die Hausbesuche machen, Jugendbegleiter/innen, Seelsorger/innen und alle Freiwilligen, die sich sozial engagieren.

Gruppenfoto: Die Referierenden beim Diakonieseminar, Franz Küberl und Lucia Greiner, mit den Veranstaltern v.l.: Christine Sablatnig (Katholisches Bildungswerk Salzburg), Adelheid Schmidt (sozial-caritative Dienste in den Pfarren, ehrenamtlich), Anita Hofmann (Caritas Salzburg), Klaus Kessler (Universitätsklinik für Geriatrie, Kooperationspartner des Diakonieseminars), Matthias Hohla (Seelsorgeamt der Erzdiözese) und Elisabeth Kraus (St. Virgil).

Fotos: Erzdiözese Salzburg (eds)

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