Heiliger Martin von Tours

 

Soldat, Klostergründer und Bischof wider Willen

 

Berühmte Episode
SALZBURG (eds – 5. 11. 2019) Martin (lat. Martinus) wurde um 316/17 in Savaria (heute Szombathely, Ungarn) in der damaligen römischen Provinz Pannonia prima als Sohn eines römischen Militärtribuns geboren. Er wuchs in Pavia (Oberitalien) auf, wo er mit dem Christentum in Berührung kam. Mit zehn Jahren wurde er als Katechumene (Taufbewerber) aufgenommen. Während seines Militärdiensts, in den er auf Wunsch seines Vaters trat, ereignete sich der Legende zufolge die berühmte Schlüsselszene, an die auch heute noch erinnert wird. Am Stadttor von Amiens begegnete Martin hoch zu Ross einem frierenden Bettler. Da er als Soldat weiter nichts bei sich trug als seine Waffen und einen Überwurf über der Rüstung, nahm Martin sein Schwert und teilte den Mantel, um eine Hälfte dem armen Mann zu geben. In der folgenden Nacht erschien ihm im Traum Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, wie um zu sagen: „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,35–40).


Taufe und Priesterweihe
Martin wurde von Bischof Hilarius von Poitiers getauft und schied mit der Begründung, er sei nun nicht mehr miles Caesaris, ein Soldat des römischen Kaisers, sondern miles Christi, Soldat Christi, aus dem Militärdienst aus. Er wurde ein Schüler des Bischofs Hilarius, zog sich als Einsiedler auf eine Insel nahe Genau zurück, bekehrte seine Mutter in Pannonien zum christlichen Glauben und kehrte danach wieder nach Gallien zurück. Dort gründete er 361 in Ligugé das erste Kloster des Abendlands, das später ihm geweiht wurde. Im Jahr 375 errichtete er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier.


Bischof von Tours
Der Überlieferung nach war der asketische Martin beim Volk durch seine Fürsorge äußerst beliebt. Daher wurde er 371/72 zum Bischof von Tours bestellt: auf Drängen des Volkes, trotz des Einwands anderer Bischöfe und angeblich gegen seinen Willen. Laut Legende versteckte sich Martin in einem Stall, wurde aber durch das Schnattern der Gänse verraten.
Martin ist der erste Heilige, der verehrt wurde, obwohl er kein Märtyrer war. Er ist Schutzpatron der der Reisenden, der Armen und Bettler sowie der Reiter und der Soldaten, aber auch der Flüchtlinge, Gefangenen und Abstinenzler. In Österreich ist der Heilige Landespatron des Burgenlands.


Gedenktag und Darstellung
Der Gedenktag des Heiligen fällt auf den 11. November (Martinstag), den Tag seiner Grablegung. Martin ist auf Bildern oder als Plastik als römischer Soldat auf dem Pferd in Begleitung eines Bettlers dargestellt, während er seinen Schultermantel teilt. In seiner Darstellung als Bischof sind ihm die Attribute Rad und Gänse zugeordnet.


Brauchtum
Zu Martini treffen sich viele Menschen im Familien- oder Freundeskreis zum Ganslessen. Dieser Brauch soll auf die Erinnerung an die schnatternden Gänse zurückgehen, die Martin in seinem Versteck verraten hatten. In früheren Zeiten war dies eine ganz besondere Mahlzeit, da mit dem Martinstag die ehemals sechswöchige Fastenzeit vor Weihnachten begann. Die so beliebten Laternenumzüge und –feste gründen in der Lichterprozession, mit der Martins Leichnam nach Tours überführt wurde.


Bauernregeln
„Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.“
„Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.“
„St. Martin kommt nach alter Sitten gern auf einem Schimmel geritten.“ (d. h. mit Schnee)
„Wenn um St. Martin Regen fällt, ist‘s um den Weizen schlecht bestellt.“
„Auf Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.“
„Ist die Martinsgans am Brustbein braun, wird man mehr Schnee als Kälte schaun. Ist sie aber weiß, kommt weniger Schnee und Eis.“


Dem hl. Martin geweihte Kirchen und Kapellen in der Erzdiözese Salzburg
Pfarrkirche Eugendorf, Pfarrkirche Fusch an der Glocknerstraße, Pfarrkirche Kufstein-Zell, Pfarrkirche Lamprechtshausen, Pfarrkirche Rauris, Pfarrkirche Salzburg-St. Martin, Pfarrkirche Straßwalchen, Pfarrkirche Thalgau, Pfarrkirche Hallwang, Pfarrkirche St. Martin am Tennengebirge, Pfarrkirche St. Martin bei Lofer


Pfarrpatrozinien zum hl. Martin feiern:
Pfarre Eugendorf, Sonntag, 10. 11. 2019 – 9 Uhr, Gottesdienst zum Sonntag der Pfarrgemeinde; anschließend Pfarrversammlung beim Holznerwirt
Pfarre Fusch an der Glocknerstraße, Sonntag, 10. 11. 2019 – 10 Uhr; Festgottesdienst, musikalisch gestaltet von Michael Moser; anschließend lädt die Frauenschaft zum Martinifest ins Multihaus ein
Pfarre Kufstein-Zell, Sonntag, 10. 11. 2019 – 10 Uhr, Festgottesdienst, musikalische Umrahmung: Morsbacher Sängerrund, Chor CäZellia; anschließend Pfarrcafé im Pfarrhof
Pfarre Lamprechtshausen, Montag, 11. 11. 2019 – 19 Uhr, Patroziniumsgottesdienst, musikalisch gestaltet von Kirchenchor
Pfarre Salzburg-St. Martin, Festwoche 50 Jahre Pfarre St. Martin, 10.–16. 11. 2019
Pfarre Straßwalchen, Sonntag, 17. 11. 2019, 9 Uhr, Festgottesdienst mit Dechant Dr. Gottfried Laireiter
Pfarre Hallwang, Sonntag, 10. 11. 2019 – 10 Uhr, Patroziniumsgottesdienst
Pfarre St. Martin am Tennengebirge, Sonntag, 10. 11. 2019 – 9 Uhr, Festgottesdienst zum hl. Martin
Pfarre St. Martin bei Lofer, Samstag, 9. 11. 2019 – 17 Uhr, Martinsfeier


Foto: Heiliger Martin, Deckenfresko im Salzburger Dom, Seitenkapelle
Archiv der Erzdiözese Salzburg (AES)/J. Kral

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