„Herausforderung der Umkehr ernst nehmen“

 

Franz Fischler war zum Thema Nachhaltigkeit „beim Erzbischof zu Gast“

 

SALZBURG (eds – 01.10.2015) / Franz Fischler war heute Abend „beim Erzbischof zu Gast.“ Bei der zweiten Veranstaltung dieser Reihe sprach der ehemalige EU-Kommissar und gegenwärtige Präsident des Europäischen Forums Alpbach mit Erzbischof Franz Lackner zum Thema „Nachhaltigkeit“.

Mehr als achtzig Interessierte nahmen an der Veranstaltung im Foyer des Bischofshauses am Kapitelplatz teil, die zudem im Livestream auf www.kirchen.net in Zusammenarbeit mit dem ORF übertragen wurde.
Mit „Nachhaltigkeit“ stand der Abend im Zeichen eines Themas, das „in letzter Zeit in der Kirche sehr aktuell durch die Papst-Enzyklika ‚Laudato Si‘ wieder neu ins Bewusstsein gerufen wurde“, stellte Erzbischof Franz Lackner eingangs fest. Lackner erinnerte in diesem Zusammenhang an die von Papst Franziskus geforderte „Notwendigkeit einer ökologischen Umkehr.“

„Nachhaltigkeit“ solle – wie „Heilsgeschichte“ – „nicht auf den Augenblick reduziert werden, da sie Herkunft, Gegenwart und Zukunft besitzt. Dort, wo es um lebendige Prozesse geht, wird sie sichtbar“, betonte Lackner.

„Menschliches Tun soll sich im Gleichgewicht von Ökonomie, sozialer Verantwortung und Ökologie abspielen, forderte Franz Fischler in seinen Erläuterungen. Er sehe den Begriff der Nachhaltigkeit „heutzutage missbraucht“ und mahnte ein „völlig neues Denken“ in dieser Frage ein. Dies sei „eine Herausforderung für Wissenschafter ebenso wie für die Politik und Bürger, denn dazu bedarf es einer „inter- und transdisziplinären Zusammenschau“, so Fischler.

„Wir müssen uns klar sein, dass die Fortsetzung des Status quo nicht funktionieren wird“, führte Fischler aus und ortete eine „dramatische Entwicklung in einem System, das sich ständig selbst beschleunigt.“
Fischler sei „dankbar für die klaren Worte von Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios, die deutlich und klar darauf hingewiesen haben, wohin die Reise geht, wenn wir das alte Bibelwort der Umkehr nicht ernst nehmen.“

Der ehemalige EU-Kommissar hob die Verantwortung eines jeden einzelnen hervor: „Diejenigen, die die Verantwortung spüren, müssen sich zu Wort melden und die Finger in die Wunden stecken“, so Fischler wörtlich, und schloss dabei auch „Kirche, Theologen und Philosophen“ nicht aus. Sie dürfen dabei nicht darauf warten, dass man ihnen eine Bühne bereitet.“

Die Besucher im Bischofshaus konnten Fragen stellen und Stellungnahmen abgeben. Auch der geladene Experte Wolfgang Jilek, langjähriger Energiebeauftragte des Landes Steiermark, meldete sich zu Wort und gab zu bedenken: „Zum Umdenken ist es schon ziemlich spät“. Fischler räumte daraufhin ein, dass Menschen dazu tendieren, spät umzudenken“, aber dies „kein Grund“ sei „deshalb gar nicht umzudenken.“

Hier ist das Video zum Nachschauen

Foto: EDS

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