„Herrschaft in Zeiten des Umbruchs“

 

Neues Buch über Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vorgestellt.

 

 

 

SALZBURG (eds-30.6.2016) / Das Archiv der Erzdiözese Salzburg, die Paris-Lodron-Universität und das DomQuartier luden am Mittwochabend anlässlich des Erscheinens von „Herrschaft in Zeiten des Umbruchs – Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo (1732-1812) im mitteleuropäischen Kontext“ (Verlag Anton Pustet) zur Buchpräsentation. Mehr als 100 Interessierte folgten der Einladung.

Im Weißen Saal der Residenz Salzburg stellten die HerausgeberInnen ihre Neuerscheinung vor – „ein durchaus passender Ort für diese Veranstaltung“, ist sich Geschäftsführerin des DomQuartiers, Elisabeth Resmann, sicher: „Wir haben den Weißen Saal gewählt, weil er die Handschrift Colloredos trägt.“ Unter seiner Herrschaft sei der Saal gestaltet worden.

Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr resümierte als Vertreterin der Erzdiözese Salzburg in ihren Grußworten: „Für die Erzdiözese steht Colloredo für eine Zeitenwende.“ Er habe die Kirche in Salzburg ins 19. Jahrhundert geführt und nicht zuletzt das Fortbestehen der Erzdiözese gesichert. Die Neuerscheinung sei ein Schritt, „um das öffentliche Bild Colloredos zu entzerren.“

Ein neuer Blick auf den letzten regierenden Fürsterzbischof sei das Ziel der Publikation gewesen, so die die Herausgeber, Gerhard Ammerer, Jutta Baumgartner, Elisabeth Lobenwein und Thomas Mitterecker.

Der Spruch „Unser Fürst Colloredo hat weder Gloria noch Credo“ zeuge von der mangelnden Beliebtheit Colloredos, ein Preis, den der Fürsterzbischof bereitwillig zahlte, erzählte Thomas Mitterecker, Mitherausgeber und Leiter des Archivs der Erzdiözese Salzburg. „Trotz des Widerstandes resignierte er nicht“, so Mitterecker. Mit seinen Reformen habe er den Bestand für die Zukunft der Erzdiözese gesichert. Die Publikation versuche, die Herrschaft Colloredos auch dahingehend neu zu perspektiveren. Der Historiker und Mitherausgeber Gerhard Ammerer führte als Beispiel der Verdienste Colloredos die Aufhebung der Zensur an, die zahlreiche Fachpublikationen ermöglichte.

„Der Schwerpunkt des Buches ist das Erzstift“, so Jutta Baumgartner, Mitherausgeberin und Lehrbeauftragte der Universität Salzburg. Hinsichtlich des Jubiläumsjahres 2016 bringe die Publikation wichtige Erkenntnisse: „Die Zeit vor 1816 war eine Zeit, in der sich geistliche als auch weltliche Hierarchien wandelten“, so Baumgartner. Bedingung und Folgen des Wiener Kongresses – somit auch die Geschichte Salzburgs – könnten dadurch besser verstanden werden.

Mit dem Bezug zur Land- und Stadtgeschichte passe die Publikation sehr gut in das Verlagsprogramm des Pustet Verlages, so Verlagsleiter Gerald Klonner.  

 

 

Gerhard Ammerer, Jutta Baumgartner, Elisabeth Lobenwein, Thomas Mitterecker (Hrsg.): Herrschaft in Zeiten des Umbruchs – Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo (1732-1812) im mitteleuropäischen Kontext. Anton Pustet Verlag 2016.

Bild 1: (v.l.n.r.) Heinrich Schmidinger (Rektor der Universität Salzburg), Elisabeth Kandler-Mayr (Ordinariatskanzlerin der Erzdiözese Salzburg), Gerhard Ammerer, Jutta Baumgartner, Elisabeth Lobenwein, Thomas Mitterecker (HerausgeberInnen), Elisabeth Resmann (Geschäftsführung DomQuartier Salzburg), Gerald Klonner (Anton Pustet Verlag).

Bild 2:  Katrin Lackner und Tanja Kühnel vom Anton Pustet Verlag

Fotos: eds

 

 

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