Höhepunkt einer „Jahrhundertsanierung“

 

Erzbischof Franz Lackner weihte den neuen Volksaltar in der renovierten Stiftskirche St. Peter

 

SALZBURG (eds-22. 9. 2019) / Knapp ein Jahr dauerte die Renovierung der Stiftskirche der Erzabtei St. Peter. Erzbischof Franz Lackner weihte im Beisein seines Vorgängers, Alterzbischof Alois Kothgasser, ökumenischer Vertreter – darunter Bischof Andrej Clierdzic von der serbisch-orthodoxen und Superintendent Olivier Dantine von der evangelischen Kirche –  15 Äbten und Pröpsten und 1000 Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern den neuen Volksaltar ein. Zum ersten Mal in der 1300-jährigen Geschichte der Erzabtei nahm ein Salzburger Erzbischof eine solche Weihehandlung in St. Peter vor.

„Diese Kirche ist zentraler Ursprungsort unseres Glaubens“, betonte der Salzburger Erzbischof vor zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Kultur – darunter Landtagspräsidentin Brigitte Pallauf, Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg, Barbara Unterkofler, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Abordnungen lokaler Traditionsvereine. In einer feierlichen Liturgie wurden die Reliquien des Heiligen Benedikt, des Heiligen Rupert und des Seligen Franz Jägerstätters, in den Altar eingesetzt.

Salzburger Ursprungsort christlicher Geschichte

Der heutige Weiheakt stelle den Abschluss einer „Jahrhundertsanierung und den Höhepunkt des Festtages“ dar, so Birnbacher in seiner Festpredigt. Der Sanierung sei eine „lange Zeit des Planens und Entscheidens“ vorausgegangen, erzählte der Erzabt. „Die enorme kirchengeschichtliche Bedeutung, die diesem Bauwerk zukommt, hat uns mit allergrößtem Respekt ans Werk der Sanierung gehen lassen.“ Er erinnerte an den Heiligen Rupert, den Gründerbischof, der St. Peter als erste Kathedralkirche der Diözese bauen ließ. „Diese Kirche ist damit auch Ursprung der christlichen Geschichte unseres Landes“, betonte der Benediktiner.

Gotteshaus: Ort der Begegnung und des Gebets

Neben der geschichtlichen und kulturellen Wirkkraft verwies Erzabt Korbinian auf die Bedeutung des Gotteshauses als Ort der Begegnung mit Gott und des Gebetes, sowie des Trostes und der Ermutigung für die Menschen. „Für die einen ist es die schöne Kirchenmusik und der tröstende Orgelklang, für die anderen ist es der Schmuck und die Zierde dieses Gotteshauses, die sie auf andere Gedanken bringt, sie gleichsam in andere Sphären erhebt“, so Birnbacher. Gerade aber die liturgischen Feiern, die Heilige Messe, Gottesdienste und Anbetung, sprechen Besucherinnen und Besucher in der Stiftskirche St. Peter besonders an, betonte der Erzabt.

Aufwendige Renovierungsarbeiten

„Wir haben unsere altehrwürdige Stiftskirche gründlich gewaschen und gereinigt, sie in ihrer baulichen Substanz ordentlich stabilisiert, die vielen Kunstwerke renoviert und schließlich auch die liturgischen Orte neu gegliedert“, so Birnbacher weiter.

Die zwei auffälligsten Neuerungen sind der von Thomas Wizany gestaltete Volksaltar und die Erschließung und Renovierung der Krypta. Die aufwendigste Renovierungsarbeit war die Stabilisierung des Vierungsturmes und der Hinterwand des Altarraums. „Die sicherheitstechnischen Installationen entsprachen nicht mehr den heutigen Ansprüchen und mussten von Grund auf erneuert werden. Darum verschlang  die sicherheitstechnische Aufrüstung zirka drei Viertel der Ausgaben, informierte der Erzabt im Vorfeld der Feier: „Nur etwa ein Drittel der Kosten macht die so genannte Denkmalpflege aus.“

Die Gesamtkosten für die Generalsanierung belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro und werden zum Großteil von der Erzabtei aufgebracht. Der Rest wird von Geldern aus der öffentlichen Hand – Staat, Land und Stadt –, der Erzdiözese Salzburg und vielen privaten Spendern abgedeckt. Die Kosten für die neue Orgel übernimmt die Hans-Gröber-Stiftung.

Die Geschichte des Klosters St. Peter

Die Erzabtei St. Peter ist das älteste Kloster im deutschen Sprachraum mit einer ungebrochenen Kontinuität. Durch mehr als 1300 Jahre leben und wirken hier Benediktinermönche. Das Kloster St. Peter in Salzburg wurde vom Wormser Bischof Rupert 696 als Missionskloster in den Südostalpen gegründet. Die Stiftskirche stellt die älteste Bischofskirche bzw. Kathedrale des (Erz-)Bistums Salzburg dar. Sie stammt zum Teil noch aus der Zeit des hl. Rupert (erste Jahrzehnte des 8. Jahrhunderts). Bis ins Jahr 987 war das Amt des Erzbischofs mit dem des Abtes durch Personalunion verbunden.

 

Foto 1: Erzbischof Franz Lackner entzündet mit Erzabt Korbinian den Weihrauch.

Foto 2: Die anwesenden Zelebranten knien sich zur Herabrufung des Heiligen Geistes nieder.

Fotos: Erzabtei St. Peter

 

 

 

 

 

 

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