„Ich hätte Gott gerne als Souffleur gehabt“

 

„Beim Erzbischof zu Gast” mit Otto Schenk ganz im Zeichen des Humors

 

SALZBURG (eds- 12. 4.2016) / Otto Schenk war heute Abend „beim Erzbischof zu Gast“. Bei der dritten Veranstaltung dieser Reihe stand die Unterhaltung zwischen dem Schauspieler, Kabarettisten und Regisseur und dem Salzburger Erzbischof Franz Lackner ganz im Zeichen des Humors.  

Mehr als hundert Interessierte nahmen am Gesprächsabend im Foyer des Bischofshauses am Kapitelplatz teil, der in Zusammenarbeit mit dem ORF im Livestream auf www.kirchen.net übertragen wurde.  

„Ich hätte Gott gerne als Souffleur gehabt“, antwortete Schenk auf die erste Frage des Oberhirten, welche Rolle Gott in seinem Welttheater spielen würde – „Regisseur, Statist oder Kulissenschieber?“ Im „Erforschen der Schlupfwinkel des Zweifelns und des Glauben-Könnens“ sah Otto Schenk eine weitere Parallele zwischen der Schauspielerei und dem Glauben. Auch Erzbischof Franz Lackner, der Glaube als „Spiel von Nähe und Distanz“ bezeichnete, hielt fest: „Beim Zweifeln, Staunen und Fragen  fängt das Philosophieren an“.  

Tipps für die Predigt  

Schenk, der sich als "Verehrer der Kirchenkunst" deklarierte, hatte für Erzbischof Lackner wertvolle Tipps für das Schreiben und Halten einer Predigt parat: „Fangen Sie mit einem Satz an, der gar nichts mit der Predigt zu tun an, beispielsweise ‚Ich mag keine Zwetschgen‘“, riet der Schauspieler einleitend. Weiters könne  man sich auf eine bestimmte Person konzentrieren und solle mit der „Sorge für ein Thema“ auftreten. Denn: „Sorge und Emotion sind das wichtigste.“  

Auch unangenehme Szenarien ließen sich humorvoll lösen, so Schenk. Läutet während einer Predigt ein Handy, könne man „recht liebe Grüße“ bestellen. Und: „Eine gute Predigt darf so lange dauern, so lange sie gut ist.“, reagierte der Kabarettist auf eine Frage aus dem Publikum. Es komme auf die Bereitschaft der Zuhörer an, mitzugehen.  

Witze, persönliche Anekdoten und herzhaftes Lachen prägten den frühen Abend im Bischofshaus. Im Laufe des Abends wurde deutlich: „ Das Komische und das Tragische liegen oft nahe beieinander. Das Komische kann ein Schritt zurück ins Leben sein“, betonte Otto Schenk.  

Das Video zum Nachschauen

Tipp: In der Dombuchhandlung sind von Otto Schenk signierte Bücher zu erwerben - solange der Vorrat reicht!

Fotos: EDS  

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