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13 Millionen Kinder können die Schule nicht besuchen – weil Bomben ihre Schule zerstörten, Lehrer flohen oder der Schulweg zu gefährlich ist. 

 

SALZBURG (juw– 10. 9. 2015) / Die Volksschule der Franziskanerinnen in der Stadt Salzburg hat bereits gute Erfahrungen mit Flüchtlingskindern gemacht. „Laurine und William kamen im vergangenen Schuljahr zu uns, sie konnten kein Wort Deutsch. Mittlerweile sind sie sehr gut integriert“, sagt Direktorin Elisabeth  Schneider-Brandauer. „In der Klasse sind die zwei gut aufgenommen worden“, berichtet Lehrerin Magdalena Heitzinger. „Ihre Mitschüler haben sogar immer extra darauf geachtet, dass es ihnen ja gut geht“, lacht sie. Man bespricht den Hintergrund der Flucht, die Mitschüler sehen in den „Neuen“ aber, was sie sind – Kinder.

„Es macht Spaß und Deutsch ist nicht so schwer zu lernen“, freut sich Laurine schon wieder auf die Schule. „Es ist gut, dass sie es so empfindet, aber Deutsch ist nicht so einfach“, meint die Direktorin. „Mir war auch nicht bewusst wie schwierig das Verstehen ist, nicht, weil sie es nicht kapieren, aber ein Text über Fichten und Tannen ist einfach nicht ihr Vokabular. Die Kinder können viel mehr, als das, was durch die fremde Sprache sichtbar wird.“

Extra-Klassen sind nicht sinnvoll

Auch wenn Flüchtlingskinder kein Deutsch sprechen oder im schlimmsten Fall das System noch nicht kennen, weil sie noch nie in der Schule waren, ist Schneider-Brandauer gegen Extra-Klassen. „Wenn man sie aus Klassen mit österreichischen Schülern heraus gibt, nimmt man ihnen die Möglichkeit, die Worte passiv zu verstehen.“ Und auch wenn die neue Sprache noch nicht sitzt, ist die Schulpflicht für Flüchtlingskinder sinnvoll. Denn so können sie andocken, Kontakte knüpfen und wieder einen Alltag erleben. Auch die Eltern der Mitschüler haben Laurine und William gut aufgenommen. „Es ist sehr berührend für mich, dass die Eltern helfen“, sagt die Direktorin. Als Laurines Mutter längere Zeit ins Krankenhaus musste, nahmen Eltern die zwei Kinder zu sich und auch beim Deutschlernen wollen sie helfen.

Wenn jetzt 200 Kinder (75 in der Stadt Salzburg) eine Schule suchen, stellt auch die Ordensschule kostenlos Plätze zur Verfügung. „Wir sind zwar voll, aber sechs bis acht Schüler könnten wir aufnehmen.“ Konzepte hat der Landesschulrat für Salzburg für den Schulbesuch von Flüchtlingskindern bereits entwickelt. So gibt es etwa schulstufenübergreifende Willkommensklassen, zum Beispiel an der Volksschule Liefering II. Die Kinder lernen dort für einige Monate unsere Sprache und Kulturtechniken, unabhängig von der Erstsprache. Eine Lehrerin, die über eine Zusatzausbildung für den Erwerb „Deutsch als Zweitsprache“ verfügt, wird die Klasse führen. Wären dadurch mehr Lehrer nötig, sei das kein Problem, meint Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Bild: Direktorin Elisabeth Schneider-Brandauer von der Volksschule der Franziskanerinnen in der Stadt Salzburg hat in den Ferien mit William und Laurine gelernt. „Das mache ich gerne, es ist mein Beitrag und auch eine Bereicherung für mich“, meint sie nur. Mathematik sei wegen der Sprache besonders schwierig für die Kinder. Mit einer Montessori-Kette können sie sich die Zahlenräume bis 1.000 besser vorstellen. Foto: juw  

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