Inklusion braucht die ganze Gesellschaft

 

5. Österreichische Down Syndrom Tagung in St. Virgil Salzburg

 

SALZBURG (eds/st.virgil - 27. 9. 2015) / „Habt keine Komplexe, präsentiert euer Anderssein mit Stolz, kämpft selbstbewusst um Inklusion. Zeigt der Gesellschaft, was ihr geben könnt und welche Fähigkeiten ihr habt!“. Der Spanische Autor Pablo Pineda spricht mit großer Selbstverständlichkeit vom lebenslangen Lernen, der Schule und seinem Universitätsabschluss. Dass er mit dem Down Syndrom geboren wurde, wird im Gespräch zur Nebensache.

Über 650 TeilnehmerInnen darunter etwa 100 Jugendliche und junge Erwachsene mit Down Syndrom, nahmen an der 5. Österreichischen Down Syndrom Tagung in St. Virgil Salzburg teil die gemeinsam vom Verein Down Syndrom Österreich und St. Virgil Salzburg durchgeführt wurde.

Angenommen – gefördert und gefordert

Viele Eltern empfinden am Anfang eine Art Schock oder unrealistische Ängste und Ungewissheit, weil sie zu wenig Vorstellung davon haben, wie ein Leben mit Down Syndrom verlaufen kann. „Es ist anders als gewünscht, aber eigentlich besser. Mit Valentin erleben wir viele magische Momente, die es ohne ihn in unserer Familie nicht geben würde“ erzählt Simone Fürnschuß-Hofer als Mutter eines 13-jährigen. In der Familie ist es wesentlich, wie übrigens für jedes Kind, sichere Bindungen und ein unbedingtes Angenommensein als Mensch zu erfahren.

In Österreich noch viel Aufholbedarf bei Bildung und Arbeitsmarkt
Österreich ist eines der wenigen Länder in denen junge Menschen mit Down Syndrom nach dem Pflichtschulabschluss kein Anrecht mehr auf Bildung haben. „Gerade bei begabten Kindern mit großem Potential, die einfach nur ein langsameres Lerntempo haben, hat diese Tatsache große Auswirkungen“ präzisiert die Vorsitzende von Down Syndrom Österreich Brigitte Sebald. Ebenso fehlen Lehrstellen für Teilqualifizierungen. Immer noch sind Betriebe, die sich auf ein Arbeitsverhältnis einlassen, die Ausnahme. Vielfach ist Unkenntnis über das Leben mit Down Syndrom die Ursache.

Down Syndrom Award für ihr Lebenswerk an Cora Halder
Die Auszeichnung erhielt die langjährige Vorsitzende des Europäischen Down Syndrom Vereinigung EDSA. Als Autorin und Herausgeberin, Lehrerin und Anwältin von Menschen mit dem gewissen Extra hat sie in den letzten 30 Jahren medial, inhaltlich und vor allem mit großartigem Engagement das Bild von Menschen mit Down Syndrom in der Öffentlichkeit nachhaltig verändert hat.

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