„Jahr der Orden" im Vatikan feierlich eröffnet

 

Weltweites Themenjahr will Spiritualität und Bedeutung der Orden für Kirche und Gesellschaft in den Fokus rücken - Zahlreiche Initiativen auch in Österreich

 

VATIKANSTADT (kap/eds – 01.12.2014) / Mit einer feierlichen Messe im Petersdom hat die katholische Kirche am Sonntag das „Jahr der Orden" eröffnet. Bis 2. Februar 2016 sollen zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen im Vatikan und weltweit die Rolle der katholischen Ordensgemeinschaften in der heutigen Zeit und den Wert des spirituellen Lebens in den Mittelpunkt stellen.

Weil Papst Franziskus erst am Sonntag seine Türkei-Reise beendete, zelebrierte die Messe im Vatikan der Präfekt der Ordenskongregation, Kardinal Joao Braz de Aviz. In seiner Predigt betonte er die Appelle, die der Papst in seinem am Freitag veröffentlichten Apostolischen Brief an die Ordensleute formulierte. „Weckt die Welt auf", hieß es darin.

Die Mitglieder der Orden müssten heute vor allem an die Ränder der menschlichen Gesellschaft überall auf der Welt gehen, um Armen und Schwachen zu helfen und tätig das Evangelium zu verbreiten. „Niemals darf ein Mitglied eines Ordens seinen prophetischen Auftrag vernachlässigen", zitierte der Kurienkardinal aus dem Schreiben. Die Orden seien „Experten der Gemeinschaft" und müssten die Kirche zur Schule dieser Gemeinschaft machen.

In der Nacht zum Sonntag hatten zahlreiche Ordensleute zum Beginn des Themenjahres eine Gebetswache in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore abgehalten. Papst Franziskus hatte sich mit einer Videobotschaft an sie gewandt. Auch darin betonte er, Ordensleute müssten ihre „Nester verlassen" und den Glauben tatkräftig in die Welt tragen. Dafür müssten sie Freude ausstrahlen und die Botschaft Jesu stets zur Mitte ihres Lebens machen.

Weltweit gibt es rund 900.000 katholische Ordensleute. Dazu zählen auch knapp ein Drittel der weltweit 415.000 katholischen Priester. Mehr als zwei Drittel aller Ordensleute sind Frauen. Besonders die Frauenorden leiden jedoch seit Jahren unter einem deutlichen Rückgang der Eintritte. Hinzu kommt bei Männer- wie bei Frauenorden das Problem der Überalterung.

In seiner Videobotschaft rief der Papst die Ordensgemeinschaften zu Zuversicht auf. „Vor euch liegen viele Herausforderungen, aber sie sind da, um überwunden zu werden", so Franziskus. Das Jahr der Orden sei eine „Zeit der Stärke", in der die Gemeinschaften ihre prophetische Mission neu beleben könnten.

Zahlreiche Akzente auch in Österreich
Auch in Österreich nehmen die Ordensgemeinschaften das „Jahr der Orden" zum Anlass, ihr Selbstverständnis, ihre Spiritualität und ihre Bedeutung für Kirche und Gesellschaft verstärkt in den Fokus zu rücken. Das Themenjahr begann in Österreich mit der dreitägigen Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Ende November in Wien. Als Schwerpunkte haben die Ordensgemeinschaften die Aktion „Mitten im Leben. Mitten in der Woche. Mittwoch ist Ordenstag" gestartet, bei der an verschiedenen Niederlassungen der Orden und Säkularinstitute jeweils mittwochs bestimmte Aktionen gesetzt werden. Flankiert wird das Ordensjahr außerdem durch mediale Akzente wie etwa die Gesprächsreihe „viel mehr wesentlich weniger".

In Österreich gibt es derzeit 115 weibliche und 85 männliche Ordensgemeinschaften. Rund 3.950 Ordensfrauen, 1.500 Ordenspriester und 450 Ordensbrüder wirken im Land. Die 234 Ordensschulen werden von rund 50.000 Schülerinnen und Schülern besucht, in den 30 Ordensspitälern werden jährlich rund 515.000 Patienten betreut. Es gibt 500 heimische Ordensarchive bzw. -bibliotheken mit vier Millionen Büchern.

Informationen zum „Jahr der Orden" in Österreich: www.jahrderorden.at. Kathpress bietet aus Anlass des Themenjahres außerdem einen Themenschwerpunkt mit Meldungen und an den Ordenskalender angelehnten Portraits der österreichischen Ordensgemeinschaften unter www.kathpress.at/jahrderorden.

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