Johannes Staupitz und Salzburg

 

Bischof Michael Bünker bei Studientag in St.Peter

 

SALZBURG (eds- 9. 10. 2015) / Dass Johannes Staupitz, Förderer, Berater und Beichtvater Martin Luthers, auch Abt von St. Peter war, ist weniger im historischen Gedächtnis verankert. Dies war Anlass für einen Studientag, um seine persönliche, pastorale und theologische Leistung in der Zeit der Reformation zu würdigen.  

Im Rahmen der Begegnungswoche „Offener Himmel“ fand am Donnerstag ein Studientag zum Thema „Johannes Staupitz in Salzburg“ im Stift St. Peter statt. Vortragende waren der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. Österreich, Michael Bünker, und der Salzburger Theologe Gregor M. Hoff. Am Abend führten der Prior der Erzabtei St. Peter, Pater Virgil Steindlmüller und der Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol, Olivier Dantine, ein Ökumenisches Gespräch.

Johannes Staupitz sei eine „faszinierende Gestalt“, so Michael Bünker in seinem Vortrag zum Thema „Johannes Staupitz. Reformation und Salzburg“. Die Reformation verstehe der evangelische Bischof als „europäischen Aufbruchsprozess“, der wie ein Funke dazu geführt hat, dass das Programm für Kirche und Gesellschaft gefruchtet hat.“  

Bünker zeichnete den Lebensweg Staupitz‘ nach und erörterte diesen auch anhand des Briefwechsels zwischen  Johannes Staupitz und dessen engen Vertrauten Martin Luther. „Staupitz sah in Luther ein Werkzeug Gottes gegen eine Verdorbenheit der Kirche“, so Bünker, doch „anders als Luther wäre Staupitz nicht bereit gewesen, sich von seiner Kirche zu trennen“, resümierte der Experte.  

Hinsichtlich des 2017 stattfindenden Jubiläumsjahrs der Reformation hielt Michael Bünker die Bedeutsamkeit aus „ökumenischer Perspektive“ fest, da ein solches Jubiläum historisch betrachtet „zum ersten Mal gemeinsam“ begangen werde. „Das Jubiläumsjahr kann uns verbinden in der Freude am und im Evangelium“, so der Bischof.  

Stiftsarchivar Gerald Hirtner und langjähriger Bibliothekar Adolf Hahnl führten die interessierten Besucher des Studientages durch sonst nicht frei zugängliche Bereiche der Erzabtei St. Peter, wo sie die Profess-Urkunde von Johann Staupitz, ein Portrait, eine mit dessen Siegel versehene Urkunde sowie ein Rechnungsbuch, das die Bezahlung für seinen Dienst als Domprediger bezeugt, präsentierten. Der Rundgang führte außerdem zur letzten Ruhestätte des Abtes in der Marienkapelle.  

Der Salzburger Fundamentaltheologe Gregor M. Hoff hielt im Anschluss einen Vortrag über „Staupitz in seiner Theologie“. Der Studientag schloss mit einem Fachgespräch zwischen Prior Virgil Steindlmüller und Superintendent Olivier Dantine, in dem die Frage nach der Aktualität des Wirkens Staupitz‘ im ökumenischen Heute erörtert wurde.      

Fotos: Am Donnerstag fand im Stift St. Peter ein Studientag zu „Johannes Staupitz in Salzburg“ statt. Fotos: EDS    

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