Kaddisch: Erinnerung an die Toten

 

In der Kollegienkirche erinnern Erzbischof Franz Lackner, der evangelische Superintendent Olivier Dantine und Hanna Feingold, an die Reichspogromnacht

 

SALZBURG (eds-7. 11. 2019) / Am 9. November versammeln sich Juden und Christen, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Künstlerinnen und Künstler in der Kollegienkirche zu einer interreligiösen Gemeinschaft der Erinnerung. Ebenso wird dem heuer verstorbenen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg Marko Feingold gedacht. 

 

Programm

Das Gedenken wird um 19 Uhr mit Musik des Ensemble BachWerkVokal und einer Lesung der österreichischen Schauspielerin Dagmar Schwarz (Wien), Enkelin des Shoah-Opfers Walter Schwarz, eröffnet. Dagmar Schwarz liest aus dem Buch von Holger Schaeben „Am Nachmittag kommt der Führer. Schicksalsjahr 1938“ einige Stellen, die sich auf ihren Großvater Walter Schwarz beziehen.
Erzbischof Franz Lackner, Superintendent Olivier Dantine und die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde Salzburg Hanna Feingold sind anwesend.

Gedenkfeier am Alten Markt der Stadt Salzburg

Bereits um 18 Uhr gestalten Schülerinnen und Schüler der Rudolf Steiner Schule eine Gedenkfeier am Alten Markt beim Stolperstein von Walter Schwarz. Schwarz war ein Salzburger Geschäftsmann, Kunstmäzen und Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft. Zu seinem Andenken wurde am 21. Juli 2010 am Alten Markt Nr. 12 ein Stolperstein verlegt.

Geschichtliches

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 2018 jährt sich zum 81. Mal jene Nacht, in der die jüdische Bevölkerung im Deutschen Reich für rechtlos erklärt wurde. Mit der vom NS-Regime im ganzen Reich organisierten Zerstörung jüdischer Synagogen und Häuser sowie der Misshandlung unzähliger jüdischer Mitmenschen beginnen jene Gräueltaten, die schlussendlich zur Ermordung und Vernichtung der Juden in Europa geführt haben. Die Nationalsozialisten prägten dafür den euphemistischen Ausdruck „Reichskristallnacht“.

Kaddisch

Das Kaddisch-Gebet ist eines der bekanntesten jüdischen Gebete. Meistens wird es das „Totengebet“ genannt. Genau genommen ist es ein Gebet, in dem der göttliche Namen Jahwes stellvertretend für die Verstorbenen angerufen wird, um an sie zu erinnern.

Foto: eds

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