Kapuziner feierten Ordensgelübde

 

Die Ausbildung der deutschsprachigen Kapuziner erfolgt im Salzburger Kloster

 

 

 

SALZBURG (eds / 13. 12. 2017) / In die Mozartstadt kamen vor kurzem Brüder des deutschsprachigen Kapuzinerordens, um die Ablegung der zeitlichen Ordensgelübde von Bruder Kletus Hutter zu feiern. Seit fast 20 Jahren findet die deutschsprachige Ordensausbildung in Salzburg statt. Bruder Agostino Del-Pietro, Provinzial und Ordensoberer der Schweiz, reiste extra an, um hier die Ordensgelübde entgegenzunehmen. „Die Profess von Bruder Kletus ist ein Lebenszeichen unserer Gemeinschaft!“ freute er sich.

Bruder Kletus Hutter, ein 46-jährigen Schweizer aus dem Rheintal, versprach Armut, Keuschheit und Gehorsam in die Hände seines Ordensoberen. Ein Versprechen, das die Schienen für eine Lebensentscheidung legt, ähnlich der Entscheidung für eine Ehe im bürgerlichen Leben. Frühestens nach drei Jahren kann Bruder Kletus die ewigen Gelübde ablegen. „Ich möchte Gott in meinem Leben einen großen Platz geben“, erklärt er seine Entscheidung. „Das Ordensleben ermöglicht mir einen Weg, um Gott immer mehr zu entdecken und sich von ihm herausfordern zu lassen.“

Vom Bruder auf Zeit zum Ordensmann

Mit den Kapuzinern lebt Bruder Kletus schon vier Jahre. Zuvor war er viele Jahre Pastoralassistent, bis er als „Bruder auf Zeit“ ins Kloster Rapperswil ging. Nach drei Jahren trat er ins Noviziat in Salzburg ein. Besonders schätzt er die gemeinsamen Gebetszeiten, die Zeit und Raum für die Vertiefung der Spiritualität schaffen. Zuvor kannte er die Kapuziner schon viele Jahre von Besinnungswochen. „Die franziskanische Ausrichtung des Ordens, geerdete Spiritualität und das soziale Engagement, also das Wechselspiel zwischen nahe bei den Menschen sein und Rückzug in die Stille, sprechen mich besonders an“, betont Hutter. Das Noviziat ist der zweite Teil einer dreistufigen Ausbildungszeit. Fünf Brüder in Ausbildung leben derzeit im Salzburger Kloster, zusätzlich zur „Stammgemeinschaft“ von sechs Kapuzinern. Mit den zeitlichen Gelübden wird Bruder Kletus zum „Junior“, die ewigen Gelübde kann er frühestens nach drei weiteren Ausbildungsjahren ablegen.

Vorerst kehrt er in die Schweizer Kapuzinerprovinz zurück. Seiner neuer Lebens- und Wirkungsort wird das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern sein: „Mitarbeit in der Suppenküche für Bedürftige, Mitgestaltung von Gottesdiensten, Seelsorge, Klosterführungen, Mitwirkung bei verschiedenen Projekten des Klosters werden zu meinen Aufgaben gehören.“

Nach Salzburg kommt jeder angehende deutschsprachige Kapuziner

Das Salzburger Kloster hat im deutschsprachigen Raum besondere Bedeutung, da hier die Ordensausbildung für Deutschland, Österreich, Südtirol und die Schweiz beginnt. Als Kapuziner tritt man in eine Ordensprovinz und nicht etwa in ein Kloster an einem bestimmten Standort ein. Neben Franziskanern und Minoriten sind die Kapuziner der jüngste Zweig der franziskanischen Männerorden, die auf den heiligen Franziskus von Assisi zurückgehen. Das Leben eines Kapuziners beruht auf Leben aus dem Gebet und der Stille, sozialem Wirken bei Bedürftigen und Gemeinschaft untereinander und mit den Menschen. Der Orden entstand Anfang des 16. Jahrhunderts in Italien und wurde 1528 anerkannt. Heute gibt es weltweit etwa 10.500 Kapuziner in 106 Ländern. In der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol leben ca. 100 Brüder an 17 Standorten zusammen, im deutschsprachigen Raum sind es ca. 350 Kapuziner in 46 Klöstern.

Mehr Informationen zur Ordensausbildung: https://goo.gl/KJ3pxq

Foto: Bruder Kletus Hutter legte im Salzburger Kapuzinerkloster die zeitlichen Ordensgelübde ab. Foto: Adrian Müller

 

 

 

 

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