Karwoche

 

Wissenswertes rund um die Heilige Woche

 

SALZBURG (eds/kap-12. 4. 2019) / Mit dem Palmsonntag, heuer der 14. April, beginnt die letzte Woche der seit Aschermittwoch andauernden Fastenzeit. Alle christlichen Konfessionen gedenken während dieser Zeit des Leidens, Sterbens und mit der Osternacht der Auferstehung Christi. Der Wortteil „Kar“ in Karwoche leitet sich dabei aus dem althochdeutschen „kara“ (= Klage, Kummer, Trauer) ab.

Die Karwoche – auch „Heilige Woche“ genannt – stellt den dramatischen Höhepunkt im Leben und Wirken von Jesus dar: am Palmsonntag hochgejubelt – am Karfreitag ans Kreuz geschlagen – am Morgen des Ostersonntags von den Toten auferstanden.

In dieser Woche werden in den Diözesen vom jeweiligen Bischof (in Salzburg vom Erzbischof) auch die drei Heiligen Öle (Chrisamöl, Katechumenenöl und Krankenöl) geweiht, die während des Jahres in den Pfarrgemeinden zur Salbung bei Sakramentenspendungen verwendet werden.

Palmsonntag

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Im Zentrum dieses Tages steht das Kommen des Retters Jesus.
Der Palmsonntag hat seinen Ursprung in Jesu feierlichem Einzug in Jerusalem, vor seiner Hinrichtung. Wie alle vier Evangelisten berichten, betrat Jesus als König der Gerechtigkeit und des Friedens Jerusalem. Die Bevölkerung feierte ihn als Messias – den lange erwarteten Retter. Sie breiteten Kleider vor ihm aus und streuten grüne Zweige.

Brauchtum

Als Erinnerung an die nahende Erlösung werden auch heute Palmzweige in der Messfeier gesegnet. Diese Zweige sollen Schutz vor Krankheiten bieten. In ländlichen Gegenden band man die gesegneten Zweige an ein Kreuz im Haus oder steckte sie auf die Felder, in der Erwartung, somit Unwetter, Blitz und Hagel von Haus und Acker fernzuhalten.

Im Mittelalter war es Brauch, den Einzug in Jerusalem durch eine festliche Prozession nachzuvollziehen, wobei ein hölzerner Esel symbolisch mitgeführt wurde. Dieser Brauch besteht auch heute noch in Puch bei Hallein. Der Holzesel mit einer reitenden Christusfigur stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird von vier Burschen vom Trachtenverein D´Puachstoana durch den Ort getragen. Damit ist Puch die einzige Gemeinde im Land Salzburg, in der dieser Brauch noch lebendig ist. Lediglich in Thaur in Tirol ist ebenfalls noch ein hölzerner Esel während der Palmprozession in Gebrauch. In Hintersee reitet ein Ministrant oder eine Ministrantin auf einem lebenden Esel mit.

Gründonnerstag

Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern steht im Zentrum dieses Tages. Die Kirche sieht darin die Einsetzung der Mahlfeier (also des Kerns der heiligen Messe) durch Jesus selbst. Das letzte Abendmahl verweist auch auf das himmlische Freudenmahl, das nach dem Tod auf die Menschen wartet.

Nach den Evangelisten feierte Jesus an diesem Tag mit seinen Jüngern ein letztes festliches Mahl in Jerusalem. Außerdem wird von der Fußwaschung, dem Gang auf den Ölberg und dem nächtlichen Gebet Jesu sowie seiner nächtlichen Gefangennahme berichtet.

Der Name leitete sich vermutlich vom mittelhochdeutschen Verb gronan (= weinen) ab. Das ist darauf zurückzuführen, dass der öffentliche Büßer (= Weinende) wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Möglicherweise bezieht sich der Name auch auf die an diesem Tag getragenen grünen Messgewänder der Priester im Mittelalter.

Form der Feier und Brauchtum

Die Messfeier am Gründonnerstag findet in Anlehnung an das letzte Mahl statt. In diesem Gottesdienst wird die Fußwaschung als Ritus durch einen Priester nachvollzogen, und die Glocken läuten ein letztes Mal bis zum Auferstehungsgottesdienst in der Osternacht; der Volksmund sagt „sie fliegen nach Rom“. Ebenso lang schweigen die Orgeln.

Am Ende des Gottesdienstes wird das gewandelte, heilige Brot zu einem Seitenaltar gebracht und der Hauptaltar völlig abgeräumt.

In manchen Pfarren werden nach der Messe kleine gesegnete Brote ausgeteilt, die das letzte gemeinsame Mahl versinnbildlichen sollen.

Karfreitag

Am Karfreitag wird des Leidens und des Todes Jesu am Kreuz gedacht.
Hintergrund dazu bieten eine Reihe von Berichten der Evangelisten. Ausgehend von der Gefangennahme Jesu über Verhör und Verurteilung durch Pontius Pilatus, führt sein Weg zur Hinrichtungsstätte „Golgota“, zur Kreuzigung und zu seinem Tod um die neunte Stunde des Tages (entspricht 15 Uhr).

Form der Feier

Vielerorts wird um die Todesstunde Jesu in einem Kreuzweg-Gottesdienst der Leiden und des Todes Jesu gedacht. In einem abendlichen Wortgottesdienst besteht die Möglichkeit zur Kreuzverehrung. Der Karfreitag ist ein strenger Fasttag im Gedenken an die Leiden Jesu.

Karsamstag

Der Karsamstag ist ein Trauertag für die Gemeinde, die des Leidens und Todes Christi gedenkt. Er gilt als der Tag der Grabesruhe und der Besinnung. Auch er wird als Fasttag gehalten. An diesem Tag werden keine Messen gefeiert und die Kommunion wird nicht gespendet.


Auswahl an Gottesdiensten während der Karwoche:

Sonntag, 14. April 2019

Dom zu Salzburg: 9.30 Uhr, Palmweihe am Domplatz, Palmprozession und Pontifikalamt mit
Erzbischof Dr. Franz Lackner; Bläsersätze und Hymnen zur Palmprozession
H. Schütz (1585–1672): Lukaspassion
Bei Schlechtwetter findet die Palmweihe in der Vorhalle des Doms statt.
11.30 Uhr, hl. Messe mit Palmweihe; Orgelmusik

Pfarrkirche Hintersee: 8.30 Uhr, Gottesdienst mit Palmprozession und Palmesel

Mittwoch, 17. April 2019

Dom zu Salzburg: 15.30 Uhr, Ölweihemesse mit Erzbischof Dr. Franz Lackner

Gründonnerstag, 18. April 2019

Dom zu Salzburg: 7.30 Uhr, Trauermette mit Erzbischof Dr. Franz Lackner
19.00 Uhr, Messe vom Letzten Abendmahl mit Erzbischof Dr. Franz Lackner;
Motetten und Lieder zur Gründonnerstagsliturgie
bis 21:00 Uhr, stille Anbetung beim „Kerker“ in der Krypta

Pfarrkirche Thalgau: 19:30 Uhr, Abendmahlfeier – Kommunion unter beiderlei Gestalten;
mitgestaltet vom Kirchenchor

Karfreitag, 19. April 2019

Dom zu Salzburg: 7.30 Uhr, Trauermette mit Erzbischof Dr. Franz Lackner
15.00 Uhr, Kreuzwegandacht mit Erzbischof Dr. Franz Lackner;
Vokalensemble der Jugendkantorei
19:00 Uhr: Die Feier vom Leiden und Sterben Christi
mit Erzbischof Dr. Franz Lackner;
Johannespassion, M. Haydn: Tenebrae factae sunt u. a.
bis 20:30 Uhr, stille Anbetung beim Hl. Grab in der Krypta

Pfarrkirche Bischofshofen: 19.00 Uhr, Karfreitagsliturgie mit Vox Cantabilis

Karsamstag, 20. April 2019

Dom zu Salzburg: 7.30 Uhr, Trauermette mit Erzbischof Dr. Franz Lackner
8.00 bis 17.30 Uhr, stille Anbetung beim Hl. Grab in der Krypta
12.00 Uhr, Mittagsgebet beim Hl. Grab in der Domkrypta
21.00 Uhr: Die Feier der Osternacht mit Erzbischof Dr. Franz Lackner
(mit Speisensegnung); H. L. Hassler (1564-1612): Missa octo vocum

Kirche Rif: 20.30 Uhr, Osternacht in Rif, Feier der Auferstehung mit Speisensegnung,
anschließend Agape im Pfarrsaal

Pfarre Kufstein-Zell/St. Martin: 20.00 Uhr, Gottesdienst mit anschließender Speisenweih
Musikalische Gestaltung durch Chor CäZellia

Foto: Landjugend/Moser

 

 

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