Katastrophen eröffnen neue Wege

 

Zum Zwei-Jahresfest am 23.4.17 vergrößert sich die Bibelwelt mit einer neuen Dauerausstellung zum Babylonischen Exil

 

 

 

SALZBURG (eds/bibelwelt-19.04.2017) / „Was macht ein Panzer in der Bibelwelt?“ – das werden sich viele denken, wenn sie den neuen Ausstellungsabschnitt der Bibelwelt zum babylonischen Exil betreten. „Er steht für die erdrückende Gewalt, die Israel erlebte, als 586 v.Chr. das Heer der Babylonier vor Jerusalem stand,“ so Pfr. Heinrich Wagner von der Bibelwelt. „Das war die absolute Katstrophe für das kleine Israel. Die militärische Übermacht zerstörte die Stadt Davids vollkommen und deportierte die Oberschicht 1000 km nach Babylon.“

Dementsprechend beginnt der neue Exilsabschnitt mit einem bedrohlich groß wirkenden Panzer. Er hängt an der Decke des neuen Raums und scheint die Besuchenden überrollen zu wollen. Sie erleben etwas davon, wie es ist, wenn Menschen fassungslos einer Katastrophe ins Auge schauen müssen. „Das ist tagtägliche Realität, was die Bibel hier berichtet. Sie müsste uns Menschen aufschreien lassen, noch dazu, weil wir in den Ländern wohnen, die diese Waffen produzieren. Unsere Wirtschaft – also indirekt wir alle - profitiert von diesem entsetzlichen Leid.“

Die Bibelwelt eröffnet zum Zwei-Jahresfest am 23.4.2017, 10.45 Uhr den neuen Exilsraum ihrer Dauerausstellung. Besucher/innen haben an diesem Tag die Möglichkeit eine kostenlose Führung von Pfr. Heinrich Wagner zu erhalten. Zu sehen ist auch der Bronzeguss „Jüdische Passion“ von Yrsa von Leistner aus dem Jahre 1971, ein Altarstein aus dem Steinbruch von Mauthausen und die Treppe „Marsch der Deportierten“. An die Führung schließt sich ein reichhaltiges Kulturprogramm an, beginnend mit dem Jugend-Kunstprojekt „Geld oder Leben – Eine abgedrehte Wild-West-Revue“. Tags zuvor, am 22.4.17 werden um 11.00 und 14.00 Uhr Jubiläumsführungen angeboten.

„Dem Verderben ins Angesicht schauen und dennoch die Liebeszusage Gottes ernst nehmen. So konnten die Israeliten nach 50-jähriger Gefangenschaft wieder heimkehren“, das ist die Botschaft dieser Katastrophe. „Wie geht das?“ – „ In der großen Bedrängnis begannen die Juden ihre Geschichten mit Gott aufzuschreiben. So entstand der Großteil der Bibel.“ Und als das Unglaubliche unter dem neuen Perserkönig Kyros eintrat, der den Weg in die Heimat ermöglichte, war der Jubel übergroß und der Glaube an den Gott der Väter stärker denn je. „Katastrophen eröffnen auch neue Wege! Das soll in der Exilsausstellung lebendig erfahren werden können.“ Das ist die Hoffnungsbotschaft dieser Gewaltgeschichte, die die Geburtsstunde der schriftlichen Bibel einläutete.

 

 

Hier finden Sie das Festprogramm

Einblicke in die Salzburger Bibelwelt unter: https://www.youtube.com/watch?v=whABGu1T7A0&t=8s

 

Foto: Jüdische Passion - Ein Bronzeguss von Yrsa von Leistner aktualisiert das Leid der Einwohner Jerusalems von 586 v.Chr

Foto: Bibelwelt

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