Kirche und Gesundheit

 

Impulse zu Ernährung und Landwirtschaft

 

 

 

SALZBURG (eds – 29.4.2016) / Im Zuge der Tagung „Ernährungsmedizin und Landwirtschaft unter die Lupe genommen“, die vom 28. bis 29. April 2016 im Hotel Heffterhof in Salzburg stattfand, gaben auch Erzbischof Franz Lackner und der Umweltreferent der Erzdiözese, Johann Neumayer, Impulse zum Thema Gesundheit und der damit einhergehenden alltäglichen Herausforderungen.  Neben Referenten aus den Bereichen Medizin und Landwirtschaft meldeten sich mit Lackner und Neumayer auch Vertreter der Kirche zu Wort.

Im Beisein von Landeshauptmannstellvertreter Christian Stöckl, SALK-Geschäftsführer Paul Sungler, dem Vorstand der Kinderklinik Wolfgang Sperl, der Leiterin des Qualitätsmanagements des Salzburger Landeskrankenhauses Doris Mack, des interimistischen Leiters der Inneren Medizin Bernhard  Paulweber, Pflegedirektorin Margret Hader, der Vizepräsidentin der Salzburger Landwirtschaftskammer Elisabeth Hölzl und der Leitenden Diätologin der Ernährungsmedizinischen Beratung Maria Anna Benedikt rief Lackner zum Nachdenken auf.

 

Gesundheit als das höchste Gut

Augustinus habe sich das Paradies als einen Zustand vollkommener Gesundheit vorgestellt – und das sei nur eine von vielen Stimmen der Vergangenheit, die zeigen,  dass dieses Thema schon seit jeher die Welt beschäftige. „Die Philosophen sind sich einig: Gesundheit ist ein hohes, wenn nicht sogar das höchste Gut“, so Franz Lackner.

Die Mediziner stellen im Laufe der Tagung fest, dass es vor allem in unseren Breiten der Überfluss sei, der Kummer bereitet: Übergewicht und die gesundheitlichen Folgen wie Diabetes oder Fettleber spielen eine immer größere Rolle. In Anlehnung an Goethe formuliert der Erzbischof: „Es ist nichts schwerer zu ertragen als eine Reihe von Festtagen“.  Wie wir das Wissen um eine gesunde Lebensweise alltagstauglich machen, sei eine Herausforderung unserer Zeit.

Auch über den Umgang mit den natürlichen Ressourcen müsse in Zukunft intensiv nachgedacht werden. Abseits der Tagung kam der Salzburger Erzbischof mit Vertretern aus Medizin und Landwirtschaft über dieses Thema ins Gespräch und wies dabei auf die kirchliche Position hin: Papst Franziskus habe in „Laudato si“ bedeutsame Wegmarker für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur gesetzt, die uns die Richtung weisen.

 

Weniger ist mehr                                                                

Der Umweltreferent der Erzdiözese Johann Neumayer konkretisierte am zweiten Tagungstag in seinem Vortrag Lackners Überlegungen. Anhand der päpstlichen Enzyklika benannte Neumayer Probleme unserer heutigen Zeit und leitete aus dem päpstlichen Schreiben Impulse für den Umgang mit Lebensmitteln ab. Wegwerfgesellschaft und CO2-Ausstoß sind nur zwei Stichwörter, die wir in Zukunft in den Blick nehmen sollten, ist sich der Biologe sicher.

Auch im Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie könne „Laudato si“ wichtige Anstöße geben. Wenn Neumayer am Ende das Schreiben des Papstes zitiert, wird das in besonderer Weise deutlich: „Die ständige Anhäufung von Möglichkeiten zum Konsum lenkt das Herz ab und verhindert, jedes Ding und jeden Moment zu würdigen. Dagegen öffnet das gelassene Sich-Einfinden vor jeder Realität, und sei sie noch so klein, uns viel mehr Möglichkeiten des Verstehens und der persönlichen Verwirklichung.“ Weniger ist mehr, das treffe auch für den Umgang mit der Schöpfung zu.

Bereits zum zweiten Mal veranstalteten Uniklinikum Salzburg und die Salzburger Landwirtschaftskammer diese interdisziplinäre Tagung. Veranstalterinnen Maria Anna Benedikt und die Elisabeth Hölzl wollen damit den Austausch zwischen Ernährungsmedizin, Ökologie und Landwirtschaft fördern. Die Tagung fand im Rahmen der ‚Woche der Landwirtschaft 2016‘ statt.

 

Bild: Erzbischof Lackner teilte seine Gedanken zum Thema Ernährung und Gesundheit. (v.l.n.r.) Elisabeth Hölzl (Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Salzburg), Maria Anna Benedikt (Leitung der Ernährungsmedizinischen Beratung am Landeskrankenhaus Salzburg), Margret Hader (Pflegedirektorin, SALK), Doris Mack (Leiterin des Qualitäts- und Risikomanagements des Landeskrankenhaus Salzburg), Christian Stöckl (LH-Stellvertreter und Gesundheitsreferent), Paul Sungler (SALK Geschäftsführer), Wolfgang Sperl (Vorstand Kinderklinik) und der Bernhard Paulweber (interimistische Leiter der Internen Medizin).

 

Foto: EDS

 

 

 

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