Kirchenaustritte 2015 leicht zurückgegangen

 

Auch Katholikenzahlen sind  leicht gesunken, aber wieder mehr Eintritte als 2014

 

SALZBURG (eds/wk - 12. 1. 2016) / In der Erzdiözese Salzburg ist die Zahl der Kirchenaustritte im Vorjahr im Vergleich zum Jahr 2014 um zehn zurückgegangen. „Es ist tatsächlich so, dass sich nach unseren Aufzeichnungen die Lage stabilisiert hat“, sagt Christine Schwarz vom Matrikenreferat der Erzdiözese. 4739 (2014: 4749) Personen haben die Kirche durch Austritt verlassen. 2015 kehrten 450 (2014: 423) Personen in die Katholische Kirche zurück.

Die Gesamtzahl der Katholiken in den 210 Pfarrgemeinden der Erzdiözese ist im Vergleich zu 2014 (476.675) im Vorjahr um 3653 auf 473.022 zurückgegangen. Im Vorjahr konvertierten weiters 24 Personen aus anderen Religionen zur Katholischen Kirche.

Die Zahlen vom Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg: In den 63 Pfarren gibt es zum Stichtag 31. 12. 2015 insgesamt 130.861 (2014: 131.692) Katholiken, also im Vergleich zum Vorjahr um 831 weniger. Die Zahl der Austritte stieg von 1222 im Jahr 2014 um einen auf 1223 an, die Zahl der Eintritte hingegen stieg um sieben auf 122 (Vorjahr: 115) an. Eine Person konvertierte zur katholischen Kirche.

Stellungnahme von Erzbischof Franz Lackner: „Die Tür steht offen“

„Von denen, die die Kirche verlassen, bekommt jeder Einzelne von mir einen Brief. Was sind die Gründe, warum doch viele die Kirche verlassen? Und ich bitte um Antwort.  Die Rückmeldungen bewegen sich leider im einstelligen Prozentbereich. Daraus lese ich ab, dass die meisten an einer näheren Erklärung nicht wirklich Interesse haben. Die Briefe, die ich allerdings erhalte, sind in der Regel freundlich gehalten und die Menschen bedanken sich auch. Nicht selten steht geschrieben: Ich möchte meinen Glaubensweg alleine und außerhalb einer kirchlichen Institution finden. Mir tut es weh und ich bedauere sehr, wenn Menschen weggehen. Ich weiß, Kirche als Institution hat Fehler, Schwächen und Engheiten.

Kirche war und ist immer auch Heilssakrament. Es ist dies der sicherere Weg. Viele sind ihn vor uns gegangen und aufs Ganze gesehen, nicht in die Irre geführt worden. Trotz dieser Überzeugung sind Entscheidungen von erwachsenen Menschen ernst zu nehmen. Es gibt Religionsfreiheit, das bedeutet nicht nur, dass Menschen ihre Religion wechseln können, sondern auch, dass sie sich gegen eine institutionelle Gestalt des Glaubens entscheiden. Wie der barmherzige Vater den jüngeren Sohn, der weggehen will, auch ziehen lässt. Die Parabel zeigt, ein individualisierter Glaube meistert alleine nicht die lange und zuweilen schwierige Wegstrecke des Lebens. Der verlorene Sohn kehrt heim; der Vater wartet und läuft ihm entgegen. In diesem Sinn darf ich all jenen, die die Katholische Kirche verlassen haben auf ihrem Weg mitgeben: „Porta patet, cor magis - Die Tür bleibt immer offen, noch mehr das Herz.“

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