Kirchenbeitrag macht vieles erst möglich

 

Diözesankirchenrat genehmigt einstimmig 55,5-Millionen-Euro-Budget

 

SALZBURG  (eds-15. 1. 2020) / 89 Prozent der Einnahmen der Erzdiözese Salzburg stammen aus den Kirchenbeiträgen der Katholikinnen und Katholiken. Ohne diese Beiträge müsste die Kirche viele Aufgaben einstellen. 

Rund 55,5 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget der Erzdiözese für 2020, das vor Weihnachten vom Diözesankirchenrat einstimmig genehmigt wurde. 2019 waren es 53,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 3,7 Prozent. Finanzkammerdirektor Cornelius Inama ist dankbar für die Treue der Beitragszahlerinnen und -zahler: „Das Budget baut auf das Vertrauen der rund 300.000 Gläubigen, die uns ihre Kirchenbeiträge zur Verfügung stellen, ohne die die vielfältigen Aktivitäten in den Pfarren wie der Diözese nicht verwirklicht werden könnten.“ Sie sichern etwa die Seelsorge und die Erhaltung der kirchlichen Gebäude in den 210 Pfarren der Erzdiözese.

Nicht zuletzt garantiert der Kirchenbeitrag auch die Gehälter für die rund 900 Personen – Priester, Diakone und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern  –, die in der Erzdiözese angestellt sind. Mit 31 Millionen Euro (55,9 Prozent) ist der Personalaufwand der größte Posten bei den Ausgaben. An zweiter Stelle kommt mit rund 5,5 Millionen Euro (9,8 Prozent) der Bauaufwand, mit dem rund 200 Projekte wie die Renovierung von Kirchen, Pfarrhöfen, Kindergärten, Bildungseinrichtungen und Exerzitienhäusern oder auch Privatschulen unterstützt werden. Die Gesamtkosten der Bauvorhaben aller Projekte betragen rund 44,6 Millionen Euro; Geld, das überwiegend regionalen Firmen und Betrieben zugutekommt und damit ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung ist.

Rund 700 Kirchen und kirchliche Gebäude gehören zur Erzdiözese Salzburg: Zuschüsse für die Außen- oder Innenrenovierung von Kirchen oder Pfarrhöfe gibt es etwa für die Projekte in Altenmarkt, Arnsdorf, Bad Hofgastein, Böckstein, Filzmoos, Fuschl, Großarl, Neumarkt/W., Lend, Mauterndorf, Piesendorf, Ramingstein, Rußbach, Salzburg-Herrnau, Seekirchen, St. Michael/Lg.
Im Tiroler Teil der Erzdiözese werden im Jahr 2020 folgende Renovierungen von Kirchen oder Pfarrhöfen  aus dem Kirchenbeitrag unterstützt: Alpbach, Mariathal, Oberau, Oberlangkampfen, Reith im Alpbachtal., Wörgl.

Austritte bereiten Sorgen

Sorgen bereiten den Diözesanverantwortlichen die Kirchenaustritte. 5.405 Frauen und Männer haben 2019 die Glaubensgemeinschaft verlassen, gegenüber 4.748 im Jahr 2018. Im Bundesland Salzburg waren 4.240 Austritte zu verzeichnen, 1.165 im Tiroler Teil der Erzdiözese. 446 Personen widerriefen ihren Austritt oder traten in die katholische Kirche ein (Salzburg 301, Tiroler Teil 117).

Zahlen, die die Erzdiözese nicht einfach zur Kenntnis nehmen könne, sagt Erzbischof Franz Lackner. Er suche mit jedem Ausgetretenen den Kontakt, biete das Gespräch an. Oft werde zwar der Kirchenbeitrag als Austrittsgrund genannt, dahinter aber stehe meist eine Entfremdung in einer Zeit, in der man auch ohne Kirche und verbindlichen Glauben über weite Strecken gut leben könne. „Letztlich braucht es eine neue Glaubwürdigkeit – bei der Kirche wie bei jedem Einzelnen“, ist Erzbischof Lackner überzeugt.

Foto: Cornelius Inama, Direktor der Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg
Foto: Erzdiözese Salzburg

Zurück