Kraftwerk der Nächstenliebe

 

100 Jahre Einsatz für den Nächsten – am 27. Dezember 1919 gründete Erzbischof Ignaz Rieder die Caritas Salzburg

 

SALZBURG (eds -26. 12. 2019) / Der 27. Dezember 1919 war kein Tag wie jeder anderer.  An diesem Samstag startete die Caritas ihr Kraftwerk der Nächstenliebe in der Erzdiözese Salzburg. Der Kernauftrag ist seit 100 Jahren unverändert: Not sehen und handeln.  

Im September 1918 kam es in Salzburg zu einer Hungerdemonstration vor dem Regierungsgebäude auf dem Mozartplatz. Ein Jahr später, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, war die Lage in der Erzdiözese nach wie vor prekär. Frauen waren zu Witwen geworden, Kinder zu Waisen. Essen und Wohnungen waren knapp.  

In dieser Zeit der Not setzte Erzbischof Ignaz Rieder am 27. Dezember 1919 ein deutliches Zeichen der Nächstenliebe, um den Menschen zur Seite zu stehen. Er gründete den „Salzburger Landesverband ‚Barmherzigkeit‘ – Caritasverband“. Als erster Obmann wirkte Franz Fiala. Der Auftrag der Organisation war so umschrieben: die Arbeit des Helfens, des Sammelns und Verteilens von Lebensmitteln und Kleidung sowie die Bekämpfung der Wohnungsnot bündeln und ausbauen. 

Vieles ist anders, eines blieb gleich

In den vergangenen 100 Jahren hat sich vieles verändert. Wir leben in einem reichen Land, aber (versteckte) Armut gibt es immer noch. „Menschen können ihre Wohnung nicht heizen, Menschen sind obdachlos. Dazu kommen weltweit Krisen und Kriege mit Folgen, die für uns genauso wenig vorstellbar sind wie die Not damals vor 100 Jahren in der Erzdiözese“, sagt Johannes Dines. Der Caritas-Direktor betont: „Die Ar-
beit hat sich vervielfältigt, doch unsere Werte sind die gleichen geblieben.“ Helfen und für jene Menschen eintreten, die keine Stimme haben, machen nach wie vor die Identität der Caritas aus. Konkret zeigt sich das im täglichen Tun der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie unterstützen Familien in Krisen, ermöglichen Pflege in den eigenen vier Wänden oder sind für Menschen da, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten.

Das Jubiläumsjahr begeht die Caritas so: 

  • Ausstellung in Salzburger Bezirken zur Geschichte und den Tätigkeiten
  • am 27. Dezember geht die Website www.hinschauen-und-helfen.at online
  • Caritas-Tag am Sa., 29. Februar, 10 – 16 Uhr in St. Virgil, Salzburg: Vorstellung der Einrichtungen, Kinderprogramm, Ausstellung „100 Jahre Caritas“; ab 17 Uhr:  Gottesdienst, Festakt und Präsentation des Buches „Hinschauen und Helfen“ – Darstellung der Arbeit der Caritas mit historischem Abriss

Von Ausbildung bis Winternothilfe

Die Arbeit der Caritas umfasst nahezu den ganzen Bereich des menschlichen Lebens: Kinder-, Behinderten-, Flüchtlings- und Obdachlosenbetreuung, Mütter- und Familienhilfe, Ausbildungsstätten, mobile und stationäre Seniorenbetreuung, Palliativdienste, Betreuung von Alkohol- und Suchtkranken, mobile und stationäre Betreuung von obdachlosen Menschen, Rechtsberatung und Projekte für Langzeitarbeitslose sowie Katastrophen-und Entwicklungshilfe im Ausland.  

Die Bandbreite der Einsatzfelder hat eines gemeinsam wie Direktor Jo-hannes Dines betont: „Der Mensch steht im Mittelpunkt – wenn wir Not sehen, handeln wir. Unabhängig davon, warum ein Mensch in Not geraten ist, woher er kommt, welche Hautfarbe oder Religion er hat.“

Foto: Die Caritas übernahm 1921 das „Traunergut“ und machte es zu einer Heimat für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Bis heute betreibt die Caritas das Dorf St. Anton in Bruck.  

Foto: Caritas Salzburg

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