Kunst statt Schokolade

 

Erschwingliche Kunst für jedermann und jedefrau bietet derzeit ein Automat im Zipfer Bierhaus in der Salzburger Altstadt 

 

SALZBUG (eds 16.8.2019) / „Sei Du selbst! Sei einzigARTig“ ist das Motto des Kunstautomaten, der noch bis 31. August leistbare Originale von Qualität gegen fünf Euro ausspuckt. Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt hatten Günther Jäger und Thomas Brettl schon vor einigen Jahren. Schließlich fanden die beiden Initiatoren ein passendes Modell – einen alten Zigarettenautomaten. Einige „Umbauarbeiten“ waren nötig, aber rechtzeitig zur Festspielzeit in der Mozartstadt war es so weit: Der  Kunstautomat ging im Zipfer Bierhaus in Betrieb.
Das Konzept des Kunstprojekts beschreibt Günther Jäger, Pastoralassistent der Katholischen Hochschulgemeinde, auf diese Weise: „In einer Welt voller Uniformität macht der Kunstautomat auf den Wert des Originals aufmerksam. So wie die im Kunstautomaten enthaltenen Originale sind auch wir Menschen jeweils einzigartig.“

Patchwork und Japan-Drucke

Der Kunstautomat soll auch eine Aufforderung an die Menschen sein: „Sei du selbst, sei einzigartig!“ Patchwork und Japan-Drucke Die Einzelstücke mit denen der Automat bestückt ist, stammen von lokalen Künstlern wie Herbert Müller (100 Sekunden  Weltliteratur), Wolfgang Richter (SalzburgDruck auf Japan-Papier), Karin Weissensteiner (Patchwork) und Hubert Nitsch (Einzelstücke). Die beiden Mozarteums-Studentinnen Christina Gumpinger und Nina Widdison sind ebenfalls mit Arbeiten vertreten. Die Kunstwerke sind in kleinen Schachteln verpackt und noch bis Ende August erhältlich. Den Sommer für die Präsentation des Kunstautomaten wählten Brettl und Jäger mit Absicht: „Für einige Wochen wird Salzburg zur großen Festspielstadt, zu einem Kunstgenerator, von dem aber nicht alle etwas haben. Der Automat soll die Freude an der Kunst für jedermann und jedefrau möglich machen.“ Für Jäger, der das Projekt mit Leidenschaft umsetzte und aus eigener Tasche finanzierte, steht fest: „Es war noch nie einfacher, Kunstsammler oder Kunstsammlerin zu werden.“ Und: für spontane Geburtstagsbesuche seien die Werke geradezu ideal. 
 

Interview mit Karin Weissensteiner, die für den Kunstautomaten Miniquilts näht.

Wie kam es zur Kooperation mit Günther Jäger? 

Günther Jäger kenne ich durch eine Begegnung mit den Projektpartnern von Cope – einer indisch-österreichischen Partnerschaft und Freundschaft. Er hat mich gefragt, ob ich mich beim Kunstautomaten beteiligen würde. Miniquilts in Postkarten-Größe verschenke ich gerne zu bestimmten Anlässen, aber in einer Zigarettenschachtelgröße war es eine Herausforderung. So kam die Idee die Minis, die auch als Glasuntersetzer verwendbar sind, herzustellen.

Was versuchen Sie mit Ihrer Kunst zu vermitteln? 

In allem, was ich nähe, ist eine Botschaft, die ich schenken möchte: Harmoniebedürfnis. Das möchte ich auch den Kunstinteressenten vom Kunstautomat vermitteln.

Wodurch lassen Sie sich inspirieren? 

Meine Inspiration ist sehr vielseitig. Ich bekomme sie zum Beispiel durch Menschen, denen ich einen Quilt schenken möchte. Andere Ideengeber sind Bücher und Ausstellungen. Spontane Ideen entstehen auch während des Nähens. Gerne lasse ich mich von der Natur inspirieren. Vergangenen Frühling wanderte ich am Franziskusweg. Nach vielen Tagen des Gehens bei Sonne und auch Regen ist mir in San Damian in Assisi der Gedanke gekommen, den Sonnenuntergang in einer Quiltreihe umzusetzen. 

„Kunst für jedermann und jedefrau“; was heißt das für Sie? 

Mir geht es darum, meine Talente weiterzuentwickeln, immerfort zu gestalten und im Prozess wie in der Umsetzung in Gedanken an die Menschen, für die der Quilt gedacht ist, zu arbeiten. Das Thema und der Mensch sollen in der Umsetzung im Vordergrund stehen. 

 

Infos zu den Künstlerinnen und Künstlern gibt es auf: www.kunstautomat.at

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