Lackner: „Blick nach vorne braucht den Blick zurück“

 

Zukunft der Kirche: Wort Gottes und aufrichtiger Glaube sind Richtschnur; Missbrauch und halbherziges Bekennen: Mahnmal für Zukunft

 

 

 

SALZBURG (eds-22.9.2018) / Im Rahmen eines Prozesses habe sich die Erzdiözese Salzburg in den vergangenen zwei Jahren mit der Zukunft von Kirche beschäftigt und Leitlinien und Projekte erarbeitet; „ein Grund zum Feiern“, sagte Erzbischof Lackner bei der Eröffnungsliturgie des zweiten Tages des diözesanen Zukunftsfestes im Salzburger Dom. Zugleich mahnte der Salzburger Erzbischof, auch die Kirche müsse zurückblicken und bekennen, wo „sie nicht alles Gebotene getan hat, um Leid zu verhindern“. Der Blick nach vorne verlangt immer auch den Blick zurück, so Lackner.

Vergebungsbitte für kirchliche Verfehlungen

In Form eines Schuldeingeständnisses bat Lackner jene Menschen um Vergebung, „die von Priestern oder kirchlichen Mitarbeitern missbraucht wurden, durch sexuelle, seelische oder körperliche Gewalt“ und gestand, die Kirche habe ihre Berufung verfehlt, „wo halbherzig bekannt und keine Widergutmachung geleistet wurde“. Außerdem bat der Salzburger Erzbischof all jene „um Verzeihung, die in Zeiten von Krieg und National­sozialismus Verfolgung, Gewalt und Tod erleiden mussten, und wo die Kirche nicht alles ihr vom Evangelium Gebotene getan hat, um Leid abzuwenden“. Bei allem Bemühen müssten jene, die im Dienst des Evangeliums stehen, bekennen:  „Unsere Verkündigung ist zum Teil herablassend und zur lärmende Pauke geworden“.

Hinter diesen Bekenntnissen liege der aufrichtige Wunsch, „wiedergutzumachen, wenngleich so manche Wunde bleibt“, sagte Lackner. Diese bleibenden Wunden wiederum müssten für die Kirche „Mahnmal auf den Weg in die Zukunft sein“, so Lackner.

Zukunftsprojekte: Ermutigung für Zukunft der Kirche

Im Rahmen des diözesanen Zukunftsprozess haben sich viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Salzburger Kirche gemeinsam auf den Weg gemacht, sagte Lackner in seiner Predigt. „Das Wort Gottes war in diesem Prozess immer als Licht in unserer Mitte und hat uns den Weg geleuchtet.“ Auch für die weiteren Schritte dieses Erneuerungsprozesses gelte, auf die Botschaft Jesu zu schauen und aus dem aufrichtigen Glauben heraus zu handeln. Das Wort Gottes und der gelebter Glaube seien Richtschnur auf den Weg in die Zukunft, so Lackner.

Nach der feierlichen Liturgie zogen die Gottesdienstgemeinde, Erzbischof Franz Lackner und der Leiter des diözesanen Zukunftsprozesses Balthasar Sieberer, angeführt von einer Trommlergruppe des Privatgymnasiums der Herz-Jesu-Missionare, in die Kollegienkirche. Dort wurde im Anschluss die Ausstellung der während des Zukunftsprozesses erarbeiteten Projekte eröffnet.

Weiteres Programm:

Sonntag, 23. September: „Zukunft goes Pfarre“ – Delegation aus den Partnerdiözesen Daegu, San Ignacio de Velasco und Bokungu-Ikeal besuchen die Pfarren Golling, Strobl und Wörgl.

Montag, 24. September: Festgottesdienst zu 1.300 Jahre Rupert und Erentrudis in Salzburg.

8.45 Uhr Prozession mit den Reliquien der hl. Erentrudis vom Nonnberg nach St. Peter

9.30 Uhr Statio in der Stiftskirche St. Peter; anschließend Prozession in den Dom

ca. 10.00 Uhr Festgottesdienst mit Erzbischof Franz Lackner und Partnerbischöfen im Dom

Das Programm vom 21. bis 24.September finden Sie unter: http://www.kirchen.net/was-gibt-es-neues/newsbeitrag/news-details/news/zukunftsfest-festprogramm/

Foto: Erzbischof Franz Lackner und Leiter des Zukunftsprozesses, Balthasar Sieberer, begleiteten die Trommelgruppe des Privatgymnasiums der  Herz-Jesu-Missionare in der Kollegienkirche

Foto: Erzdiözese Salzburg

 

 

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