#shalom: Hip-Hop-Beats werden Friedensgruß

 

Lange Nacht der Kirchen in Salzburg: 20.000 BesucherInnen in Salzburg und im Tiroler Unterland

 

 

 

SALZBURG (eds-25.5.2018) / Die christlichen Kirchen waren am Freitagabend Schauplatz von Performances, Wortakrobatik, Schauspiel und Graffiti-Aktionen. Bei der mittlerweile zwölften Ausgabe der Langen Nacht der Kirchen machten sich 20.000 BesucherInnen auf den Weg in die Gotteshäuser Salzburgs und des Tiroler Unterlands. Organisator Johannes Wiedecke freut sich über die positive Resonanz: „Wenn man in so viele fröhliche Gesichter schaut, muss man einfach zufrieden sein“. Der Eröffnungsgottesdienst mit Hip-Hop-Elementen richtete sich in diesem Jahr an Kinder und Jugendliche.

#shalom: Eine Nacht, eine Botschaft

Das hebräische Wort „Shalom“ (dt. Friede) wurde dieses Jahr an vielen Stationen aufgegriffen. Superintendent Olivier Dantine (evangelische  Kirche), betonte beim Eröffnungsgottesdienst im Beisein von Generalvikar Roland Rasser (katholische Kirche), Pfarrer Martin Eisenbraun, Erzpriester Dumitru Viezuianu (rumänisch-orthodoxe Kirche) und Gabi Rehbogen (evangelisch-methodistische Kirche): „Der biblische Frieden heißt mehr, als die Abwesenheit von Krieg. Es ist ein Friede, der alle einschließt, der keinen Preis hat.“

Johannes Wiedecke erläutert die Gründe für den heurigen Themenschwerpunkt: „Wir wollen dieses Jahr klare Zeichen angesichts der weltweiten Krisen- und Kriegsgebiete setzen.“ Um 22 Uhr wurde das Programm unterbrochen; alle christlichen Kirchen beteiligten sich an einem Friedensgebet – im Dom stand Erzbischof Franz Lackner dem Gebet vor.

Rikscha-Fahrten wurden gut angenommen

Neu war in diesem Jahr die Kooperation mit Rikschatours Salzburg. Neben den Fiakern von Franz Winter und dem historischen Obus 123 standen in diesem Jahr zehn Rikschas für die BesucherInnen bereit. „Wir haben wunderbares Feedback von den BesucherInnen bekommen; vor allem Familien haben das Angebot gern angenommen“, so Wiedecke. Kirchenführer waren mit Interessierten zu Fuß unterwegs, um versteckte Plätze in den oft jahrhundertealten Gotteshäusern zu erkunden.

Judas in der Kirche

Das Schauspielhaus Graz bringe mit dem Einmann-Stück „Judas“ in der Kollegienkirche „den wohl bedeutendsten Nebendarsteller der Bibel“ auf die Bühne, so Nadja Pirringer, Dramaturgin vom Schauspielhaus Graz, bei der Werkeinführung. Als „Augenzeugenbericht, Imagekampagne und Verteidigungsrede eines Täters“ beschreibt die Dramaturgin den Text der Niederländerin Lot Vekemans. Schauspieler Fredrik Jan Hofmann spielte sich als Judas allein durch Kirchenraum und Publikum.

Graffiti-Türen für St. Andrä

Auf der anderen Salzachseite durfte sich die Pfarrkirche St. Andrä über neue Graffiti-Türen freuen. „Kirche hat immer mit Künstlern gearbeitet – warum also nicht mit Graffiti-Künstlern?“ Das meint Sprayer Michael „Muck“ Töpfer. Schon im Vorfeld der Langen Nacht der Kirchen haben der zuständige Kooperator der Pfarrkirche, Bruder Bernd Kober von den Kapuzinern und Jugendzentrumsleiterin Manuela Wolf (IGLU) in einem Workshop mit Töpfer die Türen gestaltet. Am 25. Mai luden die Verantwortlichen nun schließlich zum Fest „Church of Color“ bei der Andrä-Kirche ein. „Ich möchte, dass junge Leute sich wieder in die Kirche trauen“, sagt Bruder Bernd. Nicht zuletzt im Stadtteil St. Andrä sei Vielfalt ein sichtbarer Teil des Alltags, meint Jugendzentrumsleiterin Wolf. „Das darf man auch an der Kirche - schon rein optisch - sehen!“

Lichtermeere

„Der Kirchenraum bietet sich – vor allem in den Abendstunden – für Lichterexperimente gerade zu an. In diesem Jahr war das das Thema Licht und Schatten deshalb an mehreren Stationen Teil des Programms“, so Wiedecke. Das Lichterkreuz im Salzburg Dom, das Silent-Lichterlabyrinth im Wallistrakt und die Auseinandersetzung mit Licht und Schatten in den „Schattenperformances“ und „Schattenpoesien“ in der Kollegienkirche arbeiteten sich am Thema ab.

Die Lange Nacht der Kirchen ist eine ökumenische Veranstaltung, an der sich jährlich mehr als 600 christliche Kirchen in ganz Österreich beteiligen. Jedes Jahr bietet die Lange Nacht österreichweit in etwa 3000 Stunden Programm. Allein im Bundesland Salzburg und im Tiroler Unterland gibt es in mehr als 40 Kirchen Programm. Die katholischen Kirche, die evangelische Kirche, die evangelisch-methodistische Kirche, die altkatholische Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche und die rumänisch-orthodoxe Kirche gestalten gemeinsam diese Nacht und laden ein, die christlichen Kirchen Salzburgs kennenzulernen.

 Fotos: Erzdiözese Salzburg / Lochschmidt & Höckner

Mehr Fotos unter: https://www.flickr.com/gp/152230828@N06/4jjr4P 

 

 

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