"Lebendige Fingerzeige auf Christus sein!"

 

Kardinal Kurt Koch erinnert Priester und Diakone in Salzburg an ihre Kernaufgaben

 

SALZBURG (eds / 23. 3. 2016) / „Priester und Diakone müssen Vorläufer sein wie Johannes der Täufer - und lebendige, sprechende Fingerzeige auf Christus hin“. Das betonte der römische Kardinal und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Koch, heute beim Priestertag der Erzdiözese Salzburg im Bildungszentrum Borromäum. Vor mehr als 160 Priestern und Diakonen erinnerte der Kardinal an den Erstauftrag der Priester und Diakone, glaubwürdige Verkünder des Wortes Gottes zu sein.

Im Beisein von Erzbischof Franz Lackner und Weihbischof Andreas Laun wies der Kardinal darauf hin, dass die Texte des II. Vatikanischen Konzils zum „Wort Gottes“ zu wenig rezipiert und zu wenig ins Leben der Kirche übersetzt worden seien. Gerade heute gewinne die Verkündigung und Evangelisierung zunehmend an Bedeutung, weil bisherige klassische Lernorte des Glaubens wie Familie, Schule und Pfarre zunehmend versagten. „Diakone und Priester sind verpflichtet, mit ihrem ganzen Leben zu bezeugen, dass es um Worte des ewigen Lebens geht“. Nicht flächendeckende Sakramentenversorgung habe Priorität, sondern die Evangelisierung und Weitergabe des Glaubens.

Das Wort Gottes ernst zu nehmen bedeute laut Kardinal Koch, sich selbst zurückzunehmen „und Christus den Vorrang zu geben“. Er verwies auf die Gottesmutter Maria als jene, die „alles im Herzen bewahrte“ und sich vom Wort Gottes ganz durchdringen ließ. Es gehe um eine innere Erneuerung der Kirche, wie sie das II. Vatikanum gewollt habe. „Priester und Diakone können demnach nur dann glaubwürdig sein, wenn sie sich selbst vom Evangelium ganz durchdringen lassen“.

Der sakramentale Dienst des Priesters ergebe sich von selbst, „denn das Wort ist ein Fleisch gewordenes Wort“, sagte der Kurienkardinal. Im Dienst an der Eucharistie gehe es um eine fünffache Wandlung: Zunächst die Wandlung der Gewalt in Liebe und die Wandlung des Todes in Leben. Zum zweiten um den Wandel von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, zum dritten um die Wandlung der ganzen Schöpfung, zum vierten um die Wandlung der Kirche in den Leib Christi, und zuletzt um die Wandlung des christlichen Lebens. „Dadurch ist die Eucharistie der immerwährende Entstehungsort von Kirche und das Sakrament der Einheit“, betonte Kurt Koch.

In der Kommunion ereigne sich der Gleichklang unserer Herzen mit dem Herzen Jesu. „Christus kommuniziert sich mit uns“ - das solle ermutigen, als eucharistische, gewandelte Menschen zu leben, die sich der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Mit einer eucharistischen Anbetung und der Chrisammesse im Salzburger Dom klang der Priestertag aus.

Foto: Erzbischof Franz Lackner (links) mit Kurienkardinal Kurt Koch beim Priestertag der Erzdiözese Salzburg im Borromäum. Foto: EDS

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