Lernerfahrungen von den Philippinen

 

Wie kann Kirche heute gelebt werden? – Antworten auf diese Frage versuchten Salzburger auf den Philippinen zu finden

 

PHILIPPINEN/SALZBURG (eds/mr – 10.03.2015) / Wie kann Kirche heute gelebt werden? Wie kann Kirche vor Ort erfahren werden? Was passiert mit unseren Pfarren? Wie wird es in Zukunft in der Kirche weitergehen? Wie kann die Lücke zwischen Glauben und alltäglichen Leben überbrückt werden? Fragen, die nach Antworten suchen. Vieles wird auch hierzulande überlegt. Und dabei lohnt es sich immer über den Tellerrand zu schauen und zu fragen: Wie macht ihr das eigentlich?

Mit Verantwortlichen aus anderen Diözesen in Deutschland machte sich eine Gruppe aus Salzburg auf, um auf den Philippinen Kirche vor Ort zu sehen, zu verstehen, zu erleben. Das Pastoralinstitut Bukal ng Tipan (Quelle des Bundes) in Taytay (nahe Manila) war die erste Anlaufstation für die Gäste aus Europa. 

„Die Vision ist der erste Schritt in die Zukunft“, sagt P. Mark Lesage vom Bukal-Team. Es reiche natürlich nicht, wenn eine Person eine Vision habe, auch wenn sie noch so gut sei. So viele Leute wie möglich sollten eine Vision entwickeln, sie mit anderen in Einklang bringen, ihren Anteil daran haben und sich diese Vision zu eigen machen, damit es ihre Vision werde. P. Mark betont: „Eine Vision muss ergriffen, nicht gelehrt werden!“ Daraus könne dann ein gemeinsames Tun entstehen. Beispielhaft ist das an den kleinen christlichen Gemeinschaften zu sehen: Christinnen und Christen aus der Nachbarschaft treffen sich regelmäßig zum Bibel-teilen. In ihren Häusern versammeln sie sich, um das Wort Gottes miteinander zu erfahren. Jesus Christus stellen sie dabei in die Mitte. Daraus leben sie. Durch das Hören auf das Wort Gottes sind sie zum Dienst am Nächsten bereit und helfen Menschen in Not. Sie leben in ihren Lebenszusammenhängen Gemeinschaft und halten auch Gemeinschaft mit anderen kleinen christlichen Gemeinschaften. Die Pfarre wird zu einer Gemeinschaft von Gemeinschaften.

In der Diözese Calapan auf der Insel Mindoro wurde den Europäischen Gästen dieser Prozess zu einer partizipativen Kirche gezeigt. Eine durchschnittliche Pfarre auf den Philippinen hat 80.000 Katholiken und einen Priester. Damit Glaube in kirchlichen Vollzügen gelebt werden kann, braucht es verschiedene Formen und Modelle der Beteiligung. „Dies konnten wir erfahren beim Bibel-teilen, bei Gesprächen mit Gemeindemitgliedern, Gemeindeleitern, Priestern und dem Seelsorgeamtsleiter, bei einer sonntäglichen Wort-Gottes-Feier mit Kommunionspendung, die von einem sogenannten lay-minister geleitet wurde“, erzählt Markus Roßkopf vom Referat für Weltkirche in der Erzdiözese Salzburg. „Die Philippinen sind nicht Österreich und doch können wir voneinander lernen, wie wir Glauben leben können“, sagt Roßkopf. 

Bild: Eine Kirchengemeinde auf den Philippinen. Bild: Schaidreiter.

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