Literatur-Nobelpreis für Peter Handke: „Er spricht von Gott, ohne ihn zu nennen“

 

Der Literaturnobelpreis 2019 geht an Peter Handke. Was den gebürtigen Kärntner mit der Erzdiözese Salzburg verbindet

 

SALZBURG (eds-10. 10. 2019) / „Elf Jahre hat er in Salzburg gelebt und gearbeitet. Zumindest 20 Mal hat er sich in mein Gästebuch eingetragen“, sagt Prälat Johannes Neuhardt, Apostolischer Protonotar und vormaliger Konservator der Erzdiözese Salzburg. Neuhardt ist hocherfreut über die Entscheidung der Königlich-Schwedischen Akademie vom Donnerstag in Stockholm. Er beschreibt Handke als bescheidenen, introvertierten Menschen, „der genau weiß, was er sagt und der dabei die Metaphysik im Kopf hat“. Neuhardt: „Handke redet von Gott, ohne das Wort in den Mund zu nehmen“.

Den Priester und den Literaten verbindet die Liebe zum Kartenspiel. Sie spielten in legendärer Runde, unter anderem mit dem früheren Rupertusblatt-Schriftleiter Hans Widrich, Tarock in Salzburg. Diese Runde ist Inspiration für Handkes Werk „Der Chinese des Schmerzes“ geworden. „Dass ich die Vorlage für den darin vorkommenden Priester bin, ist bekannt“, erzählt Johannes Neuhardt.

Peter Handke erhält den mit rund 830.000 Euro dotierten Preis "für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Peripherie und die Spezifizität der menschlichen Erfahrung untersucht", wie die Begründung der Akademie lautete.

 

Foto: Prälat Johannes Neuhardt ist bestens mit Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke bekannt

Foto: Erzdiözese Salzburg (eds)

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