Mariapfarr feierte Erhebung seiner Pfarrkirche zur Basilika

 

Erzbischof Franz Lackner: „Glaube ist kein Privatereignis. Dafür möchte diese Basilika ein Zeichen sein“

 

 

 

MARIAPFARR (eds-15. 8. 2018) / Im Rahmen eines Festgottesdienstes ist am Mariä Himmelfahrtstag die Erhebung der Pfarrkirche Mariapfarr zur Basilika gefeiert worden. Dem Gottesdienst stand der Salzburger Erzbischof Franz Lackner gemeinsam mit Alt-Erzbischof Alois Kothgasser und Weihbischof Hansjörg Hofer vor. „Es ist wohl eine Fügung des Himmels, dass wir in dem Jahr, in dem wir 200 Jahre Stille Nacht feiern und in dem wir den Zukunftsprozess in unserer Erzdiözese umsetzen, auch eine Erhebung zur Basilica minor an einem so geschichtsträchtigen und für den Glauben so wichtigen Ort wie Mariapfarr feiern können“, betonte Erzbischof Franz Lackner in seiner Festpredigt.

An diesem Festtag gelte es zu erinnern: „Pflegen wir die Sehnsucht nach Gott an einem Ort, wo Christen nachweislich seit dem 9. Jahrhundert und vermutlich schon früher zusammengekommen sind, in einer Zeit, wo wir die lebensdienliche Kraft des Glaubens mehr und mehr verlieren.“ Es gelte aber auch an die Zukunft zu denken, mit einem wachsamen Herzen für das, was kommen mag: „Was ist – um es in der Sprache der Wirtschaft auszudrücken – unsere Unique Selling Proposition? Was hat die Kirche zu geben, was die Welt nicht geben kann?“ Arm und Reich, Alt und Jung, Wichtige und Unwichtige an einem Ort zusammenzubringen – das schaffe nur Kirche, so Erzbischof Lackner.  „Glaube ist ein tief theologisches menschlich-göttliches Ereignis. Ich kann nur glauben, weil andere vor mir geglaubt haben, weil andere mit mir gemeinsam glauben und andere nach mir glauben werden. Glaube ist kein Privatereignis. Dafür möchte diese Basilika ein Zeichen sein.“

Umfangreiche Vorarbeiten

Der Erhebung zur Basilika waren umfangreiche Vorarbeiten vorausgegangen. Seit 2011 hatte sich Pfarrer Bernhard Rohrmoser darum bemüht. Unterstützung bei seinem Vorhaben hatte er stets von den Erzbischöfen erfahren, zuerst Alois Kothgasser, später Franz Lackner. Unterstützung kam auch von der diözesanen Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr, die bereits die Erhebung zur Basilika von Mariathal gemanagt hatte. Nach der definitiven Einreichung der Unterlagen am 20. Oktober 2017 hatte es nur vier Monate gedauert, bis das Ja aus Rom kam.

Alt-Erzbischof Alois Kothgasser, der den Weg mit Pfarrer Rohrmoser gemeinsam begonnen hatte, betonte in seinen Grußworten: „Das, was heute geschehen ist, ist eine Auszeichnung unserer Gotteshäuser und ein Zeichen der Gemeinschaft und der tiefen Verbundenheit mit unseren Geschwistern im Glauben in aller Welt. Ich hoffe, dass weitere Gaue diesem Beispiel folgen können. Es gibt so viele wunderschöne Wallfahrtsorte in der Erzdiözese.“ Er gratulierte dazu, dass die Erzdiözese reicher werde an geistlichen Zentren. „Mögen Pilger hier einen offenen Himmel erfahren und eine Stärkung in Glaube, Hoffnung und Liebe.“ Für Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist das Faszinierende an der neuen Basilika ihre Aura: „1.000 Jahre Gebet, 1.000 Jahre Hoffnung, 1.000 Jahre Freude – das macht dieses Haus aus.“

Die Lungauer Mutterkirche ist neben der Basilika Maria Plain im Flachgau (seit 1951) eine von nur zwei Basiliken im Land Salzburg. Mit der Basilika Mariathal im Tiroler Unterland (seit 2009) gibt es in der Erzdiözese insgesamt drei Basiliken. „Die Erhebung zur Basilika ist ein Grund zum Feiern. Aber sie ist auch eine neue Herausforderung, eine neue Verantwortung, die es anzunehmen gilt. Sie ruft uns auf zur sichtbaren Dokumentation unseres Glaubens“, sagt Pfarrer Rohrmoser, der nun auch auf die Belebung der Wallfahrt hofft, die ab dem 13. Jahrhundert, besonders aber ab 1400 bis zur Jahrtausendwende eine Blütezeit erlebt hatte.

Foto 1: Dekretübergabe – Pfarrer Bernhard Rohrmoser und Erzbischof Franz Lackner.

Foto 2: An der Fassade der Basilika wurden das erzbischöfliche und das päpstliche Wappen enthüllt.

Foto: eds

 

 

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