Mehr Hilfe für Flüchtlinge

 

Zu noch mehr Engagement für Flüchtlinge hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in seiner Silvesterpredigt aufgerufen.

 

SALZBURG (kap - 31.12.2015) /Er wolle am Ende des Jahres allen Danke sagen, die bis zur Erschöpfung für die Flüchtlinge eingesetzt hätten, so Lackner im Salzburger Dom: "Für die katholische Kirche kann ich sagen, es wurden Anstrengungen nicht gescheut, eigene Pläne zu ändern, Finanzmittel in die Hand zu nehmen, Ressourcen freizustellen, um möglichst viele aus ihrer Heimat Geflohene aufzunehmen: Pfarrhöfe wurden geöffnet, Häuser zur Verfügung gestellt und Hilfsmittel bereit gestellt. Nächstenliebe ist Tat geworden."

Zugleich dürfe nicht verschwiegen werden: "Wir könnten mehr tun." Es herrsche gerade auch unter Christen zuweilen hohe Skepsis, Angst und Ablehnung. Lackner: "Ich nehme die Ängste, die da sind, sehr ernst. Wir dürfen Menschen in ihren oft kleinen Wohneinheiten nicht überfordern, aber wir sollten davor nicht kapitulieren." Diesbezüglich seien alle gefordert, an vorderster Stelle die staatlichen Institutionen, ganz besonders das gemeinsame Europa. "Es bleibt zu hoffen, dass Europa an dieser Herausforderung wächst und nicht geschwächt wird", sagte der Erzbischof.

Es gelte, die Ursachen, warum Menschen eine gefährliche Flucht auf sich nehmen, zu beseitigen. Lackner: "Selbstkritisch muss Europa sich fragen, haben wir uns nicht an jahrelange, weit weg liegende Krisenregionen gewöhnt? Nicht bedenkend, jede Leidensfähigkeit hat Grenzen! Wird es zu viel, machen sich Menschen auf den Weg, sie fliehen, suchen den Frieden."

Den großen monotheistischen Religionen falle eine wichtige Verantwortung zu: "Es darf niemandem gleichgültig sein - so als ob es uns aus religiöser Perspektive nichts anginge - wenn im Namen eines Gottes Schreckensregime aufgebaut werden."

Papst Franziskus habe ein heiliges "Jahr der Barmherzigkeit" ausgerufen, sagte Lackner: "Bedenken wir: es gibt keine Alternative zum Guten; das Böse, das Widermenschliche ist keine Wahl, auch dann nicht, wenn unser Gutsein ausgenützt wird." Zugleich gelte es aber, nicht blauäugig zu sein.

Lackner rief weiters auch zum Schutz des Lebens auf, "vor allem dort, wo es bedroht, angefeindet und in Gefahr ist. Hüten wir gewissenhaft den Anfang und das natürliche Ende des Lebens", so der Erzbischof wörtlich.

Bild: Erzbischof Lackner bei der Weihnachtsfeier mit Flüchtlingen im Bischofshaus. Bild: eds

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