Mehr „Kirchenferne“ haben gewählt

 

Katholiken wählten am Sonntag ihre Pfarrgemeinderäte

 

 

 

SALZBURG (eds -19.3.2017) / In den 210 Pfarren der Erzdiözese Salzburg wurden am 19. März rund 2.000 neue Pfarrgemeinderäte (PGRs) gewählt. Im Bundesland Salzburg und im Tiroler Teil der Erzdiözese hatten sich etwa 4.000 Frauen, Männer und Jugendliche als Kandidaten aufstellen lassen, davon rund 1.300 im Tiroler Unterland. 

 

Frauenanteil leicht gestiegen

Mehr als 400.000 Katholiken waren am Sonntag wahlberechtigt; mit einer Wahlbeteiligung von rund 20 Prozent gaben in etwa gleich viele Katholiken ihre Stimme ab wie bei den letzten Wahlen im Jahr 2012. Damals machten 77.464 Katholiken von ihrem Wahlrecht Gebrauch, die Wahlbeteiligung lag damit bei 18 Prozent. 

Lag der Altersdurchschnitt 2012 noch bei 46 Jahren, zeichnet sich bei der diesjährigen Wahl ein Durchschnitt von 48 Jahren ab. 

Der Frauenanteil bewegt sich auf 60 Prozent zu, das bedeutet ein leichtes Plus im Vergleich zu rund 59 Prozent im Jahr 2012. 

Im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg waren 113.716 Katholiken wahlberechtigt; Rund 17 Prozent der Gläubigen nahm ihr Stimmrecht wahr. Rund 1.300 Mandate wurden vergeben, davon etwa 57 Prozent an weibliche Kandidatinnen. Der Altersdurchschnitt der gewählten Kandidaten liegt bei 48 Jahren. 

 

„Seien Sie Sprachrohr für die Armen und Kranken“

Die erste Glückwünsche an die gewählten Pfarrgemeinderäte kamen von Erzbischof Franz Lackner: „Der Einsatz der Ehrenamtlichen ist für die Lebendigkeit pfarrlichen Lebens von entscheidender Bedeutung. Ich wünsche den neuen Pfarrgemeinderätinnen- und räten viel Freude bei ihrer Tätigkeit.“

Der Salzburger Erzbischof wandte sich mit einer Bitte an alle Gewählten: „Ich bitte Sie, die Gläubigen in den Pfarren anwaltschaftlich zu vertreten. Seien Sie ein Sprachrohr für die Armen und Kranken und dort,  wo Kirche besonders gefordert ist. Es ist so wichtig, dass Sie auch das liturgische Leben mit Freude mittragen.“

Klaudia Achleitner, PGR-Referentin der Erzdiözese Salzburg, dankte den Kandidaten, Wahlbeisitzern und Wahlvorstehern: „Wir können mit den vorläufigen Ergebnissen sehr zufrieden sein. Die Wahlbeteiligung ist beständig.“ Erfreulich sei, dass sich im Vergleich zur letzten Wahl mehr „kirchenferne“ Katholiken an der Wahl beteiligt hätten. „Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist in den letzten Jahren gesunken. Trotzdem haben wir hinsichtlich der Wahlbeteiligung ein leichtes Plus verzeichnen können. Der Wunsch der Gesellschaft, Kirche mitzugestalten, ist da“, so Achleitner. 

Achleitner freut sich auch über ablesbare Tendenzen: „So wie es aussieht können wir hinsichtlich der Wahlbeteiligung im städtischen Bereich ein Plus verzeichnen.“ So sei beispielsweise die Wahlbeteiligung in Hallein um 30 Prozent gestiegen. 

Das endgültige Ergebnis steht am 23. März fest. Die Amtsübergabe muss bis spätestens sechs Wochen nach der Wahl erfolgen; im Sommer findet dann die offizielle Einführung der neuen Pfarrgemeinderäte statt.

Die Pfarrgemeinderäte in der heutigen Form wurden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt, um der Mitverantwortung der Laien in der Kirche Ausdruck zu geben. Die ersten Pfarrgemeinderäte wählten die Katholiken 1969 in der Erzdiözese Salzburg und in der Diözese Graz-Seckau. Seit 1987 gibt es einen einheitlichen Wahltermin für alle österreichischen Diözesen. 

 

Fotos: eds

Foto Kimbie Humer-Vogl: Pfarre Neualm

 

Weitere Informationen:

www.kathpress.at/pgr

www.pfarrgemeinderat.at

www.jugendgehtunsan.at

 

 

 

 

 

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