Mensch, wo bist du? – Wofür stehst du?

 

MISEREOR Hungertuch im Salzburger Bischofshaus vorgestellt – Reflexionen von Arbeiterpriester P. Christian Herwartz SJ aus Berlin

 

SALZBURG (eds-14.03.2019) / Das aktuelle MISEREOR Hungertuch steht unter dem Thema: Mensch, wo bist du? Es geht dabei um die Frage nach der Verantwortung des Menschen. Nun hat das Referat Weltkirche der Erzdiözese Salzburg gemeinsam mit dem Seelsorgeamt und dem Infopoint Kirchen das Hungertuch nach Salzburg ins Bischofshaus geholt. Nach der Präsentation am Mittwochabend wandert es weiter in die Salzburger Stadtpfarre Maxglan. 

Gemeinsames Welt-Haus im Zentrum 

Das Hungertuch lädt ein, im Entdecken und Entschlüsseln unsere eigenen Antworten zu finden. Es stellt Fragen, die herausfordern: Wo stehe ich? Wofür setze ich mich ein? Wofür übernehme ich Verantwortung ohne Wenn und Aber? 

Uwe Appold aus Flensburg gestaltete das Hungertuch 2019 und stellte dabei das Symbol eines „gemeinsamen Welt-Hauses“ in den Vordergrund. Er arbeitete mit Erde aus dem Garten Gethsemane in Jerusalem, die den goldenen Ring und das „gemeinsame Haus“ mit der offenen Tür trägt: Im Zentrum steht die Zusage Gottes, dass seine Liebe besonders die Ausgegrenzten mitten hinein holt.

Reflexionen von Arbeiterpriester P. Christian Herwartz SJ

Der Begründer der Straßenexerzitien und Arbeiterpriester in Berlin, P. Christian Herwartz SJ,  erklärte und deutete im Salzburger Bischofshaus das Hungertuch:

„Der Leuchtturm auf dem Hungertuch steht mit großer Strahlkraft auf einer Halbinsel mit Erde aus dem Garten Gethsemane. Dort rang Jesus im Gebet um den entscheidenden Schritt in seinem Leben. Auch auf dem Hungertuch stehen die von See Kommenden vor einer Entscheidung: Sollen sie rechts oder links an der Landzunge vorbeifahren? Wollen wir uns auf dem Weg zum Fest der Auferstehung mit Christus mehr auf den alltäglichen Straßen bewegen oder uns in Zeiten der Stille auf den oft unverständlichen, ewig unter uns anwesenden Gott einlassen?“ 

Eine andere Interpretation des Arbeiterpriesters entdeckt in der Mitte des Hungertuchs ein Flüchtlingslager, inmitten des Mittelmeers.  „In diesem Flüchtlingslager gibt es Fragen bei den Geretteten: Kommen wir jemals in Europa an? Schicken sie uns wieder nach Afrika zurück? Auch wenn wir in Europa ankommen, bleiben wir immer die Anderen?“

Das Hungertuch als Wegweiser auf der Straße – die Gedanken von P. Christian Herwartz finden Sie hier

Hungertuch – Was ist das?

„Die Idee eines Hungertuchs geht auf einen alten kirchlichen Brauch zurück, der bis vor das Jahr 1000 zurückreicht“, berichtete Weltkirche-Referent Markus Roßkopf. Die Tücher verdeckten einerseits das heilige Geschehen am Altar. „Andererseits erzählten die Bilder auf den Tüchern die biblischen Geschichten von der Schöpfung bis zur Wiederkunft Christi. In gewisser Weise waren sie eine Armenbibel.“ 

MISEREOR hat 1976 diese alte Tradition der Hungertücher wieder aufgegriffen und neu belebt. Alle zwei Jahre gibt das bischöfliche Hilfswerk in Deutschland ein neues Bild – ein neues Hungertuch – in Auftrag. Dazu kommen vor allem Künstlerinnen und Künstler aus Asien, Afrika und Lateinamerika zum Zug. Die Themen dieser Tücher sind vielfältig: Sie reichen von biblischen Frauengestalten über die Seligpreisungen und die Werke der Barmherzigkeit bis zur Schöpfungsverantwortung.

Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR ist eines der größten Hilfswerke der römisch-katholischen Kirche in Deutschland und hat seinen Sitz in Aachen. 

Foto1: Das MISEREOR Hungertuch 2019/20 mit dem Titel: Mensch, wo bist du? / Foto1: MISEREOR

Foto2: P. Christian Herwartz bei der Vorstellung des Hungertuchs im Bischofshaus. / Foto2: Erzdiözese Salzburg

 

 

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