Mit dem E-Auto zum Gottesdienst

 

Pfarrer Virgil Zach fährt elektrisch

 

 

 

SALZBURG (eds – 17.6.2016) Zwei Pfarren, ein Pfarrer. Heutzutage nichts Ungewöhnliches. Pfarrer Virgil Zach betreut die beiden Salzburger Pfarrgemeinden Henndorf am Wallersee und Köstendorf. Ein bis zwei Mal täglich fährt er zwischen den beiden Pfarrhöfen hin und her. Seit einem Jahr ist er mit einem E-Auto unterwegs und resümiert: „Ich bin sehr zufrieden!“

Kooperation mit Gemeinde Köstendorf und Salzburg AG

Bis 2015 war Pfarrer Virgil Zach nur mit seinem VW Touran unterwegs. 300.000 Kilometer haben sich in seiner Zeit als Pfarrer in Schwarzach/Lend und in Henndorf/Köstendorf angesammelt. Als die Gemeinde Köstendorf dann in das Projekt Smart Grid der Salzburg AG einstieg, wurde der junge Pfarrer neugierig: „In dem Projekt geht es darum, Strom selbst zu erzeugen und wieder in das Netz einzuspeisen. Gefördert wird zum Beispiel das Anbringen von Sonnenkollektoren auf den Dächern. Auch ein E-Fahrzeug war Teil des Projektes. Sonnenkollektoren konnte ich natürlich als Pfarrer weder auf Kirche noch auf dem Pfarrhof installieren, aber das E-Auto hat mich interessiert.“ Nachdem er sein Interesse an dem Fahrzeug beim Bürgermeister bekundet hatte, kam dann Anfang des Jahres 2015 die Nachricht, dass ein Auto frei werden würde. Seither ist der gebürtige Gneiser mit dem Fahrzeug unterwegs. Sein Fazit: „Ich bin sehr zufrieden!“

„Eigentlich kann ich das Auto überall anschließen, wie einen Rasenmäher.“

Die Miete – monatlich 29 Euro – sei sehr niedrig, wird monatlich vom Konto abgebucht und inkludiere die Versicherung, das Jahresservice, den Reifenwechsel und mit der Stromkarte der Salzburg AG könne er bei den Stromtankstellen kostenlos tanken. „Zumeist stecke ich das Auto aber ganz einfach in der Garage an“, gesteht der Henndorfer Pfarrer. Die Nacht über lädt sich das Fahrzeug auf und stünde am nächsten Morgen einsatzbereit da. „Eigentlich kann ich das Auto überall anschließen, wie einen Rasenmäher.“

Die nahe gelegene Stromtankstelle bei der Henndorfer Volksschule nütze er nur äußerst selten. Die Ladezeit sei zwar relativ lange – bei leerem Tank müsse man mit 10 Stunden Ladezeit rechnen – für den Pfarrer überwiegen aber die Vorteile: „Ich fahre 95 Prozent meiner Fahrten mit dem E-Auto und komme über die 100 Kilometer Reichweite nicht hinaus – für meine Belange ist das Fahrzeug einfach praktisch.“ Und der stetige Gebrauch schlägt sich auch in Zahlen nieder: im Jänner 2015 mit 17.000 Kilometern übernommen, weist der Zählstand mittlerweile 32.000 Kilometer auf.

Den VW Touran benutze er nur noch bei längeren Fahrten, bei größeren Transporten und bei mehr als einem Mitfahrer – das E-Auto-Modell des Pfarrers ist ein Zweisitzer.

Auf den Fahrkomfort achtet der pragmatisch denkende Seelsorger nicht: „Ich nutze beide Fahrzeuge als Nutzfahrzeuge, ich brauch sie nur zum Fahren oder zum Transport. Auf den Fahrkomfort achte ich nicht so sehr.“

E-Auto als Zukunftsprojekt?

Unter den Konditionen des Smart Grid Projektes sei das Mieten eines E-Autos zu empfehlen. „Auf Mietbasis mit dem monatlichen Betrag von 29 Euro inkl. aller genannten Leistungen finde ich das eine tolle Sache.“ Missionieren möchte Virgil Zach allerdings nicht. „Von den Leuten wird es positiv aufgenommen, dass ich die meiste Zeit mit dem E-Fahrzeug unterwegs bin; vielleicht bin ich insofern ein Vorbild. Aktiv bemühe ich mich aber nicht, zu missionieren, wenngleich ich anderen Pfarrern nur empfehlen kann, ein solches Fahrzeug anzumieten.“ In Zeiten von Pfarrverbänden sei das E-Auto sicherlich ein Zukunftsprojekt, über das man nachdenken könne, hält Pfarrer Virgil Zach fest.

 

Bild: Wenn es kalt ist, zieht Pfarrer Virgil Zach schon einmal Handschuhe an

Foto: eds

 

 

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