„Mutig aufeinander zugehen!“

 

Der Salzburger Erzbischof Lackner lud zum Ökumenischen Empfang ein

 

SALZBURG (eds - 13. 1. 2016) / Der orthodox-katholische Dialog stand im Mittelpunkt des Ökumenischen Empfangs, zu dem Erzbischof Franz Lackner heute Abend ins Kardinal Schwarzenberg-Haus am Kapitelplatz einlud. „Ich will Sie ermuntern, mutig aufeinander zuzugehen“, sagte der Vorsitzende von Pro Oriente, Dekan Univ.-Prof. Dietmar Winkler. Er referierte anstelle des verhinderten Münchner orthodoxen Theologen Athanasios Vletsis über die Heilung der Wunden zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche. „Darum hat sich der verstorbene Wiener Kardinal Franz König große Verdienste erworben“, betonte Winkler.

„Das Gebet um die Einheit der Christen ist heute besonders wichtig geworden“, stellte Erzbischof Franz Lackner vor mehr als 100 Vertretern der verschiedenen Kirchen fest. Er lud ein, „empfänglich zu werden für das große Leid, das heute Brüdern und Schwestern im Orient zugefügt wird“.

Das Jahr 1054 gilt als das Jahr der „Kirchenspaltung“. Es habe zumindest tiefe Wunden bei beiden Kirchen hinterlassen, räumte Prof. Winkler ein. Ein exakter Zeitpunkt, ab wann beide Kirchen getrennt waren, sei allerdings nicht feststellbar. Erst im 20. Jahrhundert sei eine Annäherung begonnen worden. „Kardinal König hat im Hintergrund die Fäden gezogen“, berichtete der Kirchenhistoriker.

1965 sei von Papst Paul VI. und von Patriarch Athenagoras die gegenseitige Exkommunikation aufgehoben worden. Seither habe es immer wieder Begegnungen gegeben, zuletzt von Papst Franziskus mit Patriarch Bartholomaios in Jerusalem. „Die orthodox-katholische Versöhnung wurde beim Abschlussgottesdienst des II. Vatikanischen Konzils gefeiert“, sagte Prof. Winkler. Als Resümee für heute meinte der Theologe, dass Offenheit, Neugierde, Vertrauen, Verstehen der anderen Tradition und der Wille zum Dialog für ein gutes Miteinander notwendig seien. „Wir müssen anerkennen, dass jede Kirche wenigstens ein Charisma hat, das die andere Kirche nicht hat“, schloss der Referent.  

Foto: Univ.-Prof. Dietmar Winkler appellierte beim Ökumene-Empfang des Salzburger Erzbischofs an die Vertreter der verschiedenen Kirchen, mutig aufeinander zuzugehen. Foto: EDS   

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