Nach Fünffach-Mord: Erzdiözese trauert

 

Nach dem Salzburger Erzbischof melden sich nun auch die Dechanten zu Wort

 

KITZBÜHEL/SALZBURG (eds-9.10.2019) / Fassungslosigkeit herrscht auch Tage nach der Schreckenstat in der Pfarre Kitzbühel, die zum Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg gehört. "So etwas hat unsere Gemeinde noch nie erlebt“, sagt Ortspfarrer Michael Struzynski.

Was war geschehen? Am vergangenen Sonntag kam es in der ansonsten beschaulichen Stadt, in der Promis und Sportveranstaltungen für Aufregung sorgen, zu einem verheerenden Eifersuchtsdrama. Ein 25 Jahre alter Kitzbüheler soll eine ganze Familie erschossen haben – Vater (59), Mutter (51), Sohn (25) und Tochter (19) sowie deren 24-jährigen Freund. Motiv dürfte Eifersucht gewesen sein, weil die junge Frau den mutmaßlichen Täter verlassen und einen neuen Partner hatte. Struzynski ringt am Telefon nach Worten, um zu beschreiben, was in der Pfarre vorgeht. 

Pfarrer ist im Dauereinsatz

„Ich kenne alle, die Opfer, aber auch den Mann, der das getan haben soll. Und seine Familie. Sie waren zur Erstkommunion oder Firmung bei mir“, erzählt der Pfarrer. Seine Aufgabe sei es nun, als Seelsorger da zu sein – rund um die Uhr. Sein Handy schaltet Struzynski deshalb auch in der Nacht nicht aus.

Er warte auf die Freigabe der Leichen. „Wir hoffen auf eine Beerdigung am Montag. Die ganze Pfarre hält zusammen.“ Für das Eishockey-Team plant der Seelsorger einen Gottesdienst, damit die Sportler von ihrem Freund und Kollegen, dem 24 Jahre alten Todesopfer, Abschied nehmen können. 

Erzbischof und Dechanten bekunden Anteilnahme

Am Mittwoch meldeten sich die Dechanten der Erzdiözese zu Wort. Sie tagen derzeit in Matrei am Brenner in Tirol. Ihre Worte: „In Anbetracht dessen, was geschehen ist, können wir nicht einfach im Tagesgeschäft fortfahren, ohne daran zu denken, welch‘ bittere Not Betroffene durchleiden. Im Gebet und Mitgefühl möchten wir Anteil nehmen am Schmerz aller Trauernden“, verkündete Erzbischof Franz Lackner im Namen aller Dechanten.

Gleich am Tag nach der Tat hatte sich Lackner bereits mit einem Eintrag auf der Internet-Plattform Facebook geäußert:  „In Kitzbühel hat sich eine Tragödie ereignet, die uns ohnmächtig zurücklässt; eine sinnlose und unbegreifliche Tat. Gebet und Mitgefühl gelten den Angehörigen und Freunden der Opfer.“

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