„Nazareth ist Quelle unseres Glaubens“

 

Erzbischof Lackner und Bischof Krautwaschl segneten Mariazeller Fenster in Nazareth

 

NAZARETH / SALZBURG (eds -13.2.2017) / Auch Österreich soll mit einer Mariendarstellung in der Verkündigungskirche von Nazareth vertreten sein. Dieser langgehegte Wunsch des Salzburger Erzbischofs wurde am 11. 2. erfüllt. Das vom Neumarkter Künstler  Johann Weyringer gestaltete Relieffenster mit einer Darstellung der Mariazeller Madonna hat in Nazareth seinen Platz gefunden. Rund 60 Jugendliche hatten sich mit Erzbischof Franz Lackner auf den Weg nach Israel gemacht, um das aufwendig gestaltete Fenster zu übergeben und zu segnen.

Bischof Wilhelm Krautwaschl, ebenfalls mit einer Pilgergruppe im Heiligen Land unterwegs, machte in Nazareth Station und stand dem feierlichen Gottesdienst vor. Der Apostolische Nuntius in Israel und Delegat in Jerusalem und Palästina, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, der Weihbischof von Nazareth, Giacinto-Boulos Marcuzzo, der melkitisch griechisch-katholische Erzbischof Georges Bacouni, und der Kustosvikar der Franziskaner des Heiligen Landes, Dobromir Jasztal waren Konzelebranten. Auch der österreichische Botschafter Martin Weiss und zahlreiche österreichische Pilgergruppen feierten mit.

In seiner Predigt verwies Erzbischof Lackner auf Nazareth als „einen Ort, der Quell‘ ist für unseren Glauben“. Mit den Worten eines jungen Mädchens habe hier eine beispiellose Geschichte ihren Anfang genommen, führte der Salzburger Oberhirte aus.

Die Übergabe und Segnung des Marienfensters sollten zeigen: „Wir Christen schulden diesem Ort einen Gutteil unseres Glaubens“, betonte Lackner vor 200 Gläubigen. Mit der Antwort Mariens auf das leise Anklopfen Gottes zeige sich die Bereitschaft und Sehnsucht der Gottesmutter, die allen Christinnen und Christen heute Vorbild sein könne. „Unaufdringlich kommt Gott zu uns, und so ist Nazareth der Ort der unaufdringlichen Nähe Gottes zu uns Menschen“.

Das Kunstwerk sei ein Zeichen gegen das Vergessen: In seiner Predigt erinnerte Lackner an die Shoa, an „das große Verbrechen am Volk Gottes“ und in weiterer Folge an die Verantwortung der Nachgeborenen. „Es muss uns immer noch wehtun, dass im christlichen Abendland dieses grauenhafte Verbrechen geschehen ist“, sagte der Erzbischof. 

Johann Weyringer, der bereits für die Anima in Rom ein Fenster mit einer Abbildung von Papst Benedikt XVI. geschaffen hatte, war mit dem Projekt betraut worden und schuf mit Hilfe eines aufwendigen Verfahrens ein Relieffenster, das nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet werden kann. „Kunst ist für mich eine Form der Verkündigung“, sagte Weyringer bei der Segnung. 

Erzbischof Lackner ist noch bis 17. Februar mit der Salzburger Jugendgruppe im Heiligen Land unterwegs. Geplant ist auch die Übergabe der Spendengelder, die durch die Katholische Jugend Österreich gesammelt worden waren. Im Vorfeld der Reise hatte die Jugend ein Modell des Marienfensters durch Österreich geschickt, um Spenden für zwei Sozialprojekte zu sammeln. Dieses Geld wird an die Syrien-Nothilfe der Franziskaner des Heiligen Landes und an das Caritas Baby Hospital in Betlehem übergeben. 

Fotos: eds

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