Neue Heimat fernab von Afrika gefunden

 

Halbzeit heißt es im Zukunftsprozess der Erzdiözese. Ein Projekt widmet sich der Herbergssuche von Katholiken aus Afrika.

 

SALZBURG (eds/rb / Julia Wadl -19.06.2017) /„Viele Afrikaner leben in Salzburg“, erzählt Pater Marcellinus Nweke. Er stammt aus Nigeria, kam 2015 nach Salzburg und ist nun Kooperator in Maxglan. Vor einigen Monaten hat er mit Unterstützung von Pfarrer Josef Pletzer und Zustimmung des PGR die „Afrikanische Katholische Gemeinde“ ins Leben gerufen. „In Linz, Wien und vielen deutschen Städten sind solche Gemeinden längst verbreitet, ich war überrascht, dass es in Salzburg keine gibt. Die Menschen haben mich gefragt, ob ich nicht eine aufbauen könnte.“

So hat er einen Brief an Erzbischof Lackner geschrieben. Personalchef Hansjörg Hofer überreichte ihm dann das Dekret. „Es ist sicher eine Bereicherung für die Pfarre und die Kirche in Salzburg. So kommt ein Hauch Weltkirche zu uns“, sagt der neue Weihbischof. 25 bis 50 meist junge Afrikanerinnen und Afrikaner und Familien mit ihren kleinen Kindern besuchen nun jeden Sonntagmittag den Gottesdienst in Maxglan. Um 12.30 Uhr beginnt die Anbetung, dann wird die  Messe auf Englisch gefeiert, so wie es in Afrika üblich ist; es werden englische und afrikanische Lieder gesungen, es wird getrommelt und getanzt.

Ein Treffen nach dem Gottesdienst gehört ebenso dazu. „Sie sollen ihren Glauben wieder praktizieren, ich will die Menschen aber auch zusammenbringen. Die Kinder spielen miteinander, man findet Freunde, ist nicht alleine und bekommt Unterstützung“, ist P. Marcellinus wichtig. Denn Afrikaner haben es nicht leicht in Salzburg: das Leben ist teuer, es ist schwer, eine langfristige Arbeitsstelle zu finden, P. Marcellinus hört Klagen über Rassismus. „Ich will ihnen auch Hoffnung geben.“

P. Marcellinus möchte die Gemeinschaft wachsen sehen, Katholiken aus allen afrikanischen Ländern sollen hier Heimat finden; so will er verhindern, dass sie zu Freikirchen abwandern. „Auch in Salzburg gibt es Gruppen für afrikanische Katholiken, die Gottesdienst machen. Ihnen stehen selbsternannte Priester vor, die Geld bekommen. Wir beobachten das aufmerksam“, schildert P. Marcellinus.

Das Projekt wird im Rahmen des Zukunftsprozesses der Erzdiözese Salzburg durchgeführt. Falls Sie eine konkrete Projektidee haben, laden wir Sie ein, diese als „Zukunftsprojekt“ einzureichen. Projekte können von Pfarren oder Einrichtungen, Einzelpersonen oder Gruppierungen eingegeben werden. Weitere Infos dazu unter: www.zukunftsprozess.at

 

Foto: Generalvikar Hofer überreichte die Dekrete: P. Emmanuel Okorou, Gemeindemitglied Kennedy Amaechi, Pfarrer Josef Pletzer (als neuer Pfarrer von Maxglan und Taxham), GV Hofer, Kaplan P. Marcellinus Nweke und Mitglied Roland Atembe (v. l.).

Foto: Die afrikanischen Katholiken freuen sich, in Salzburg-Maxglan eine neue Heimat zu haben.

Fotos: Rupertusblatt / Julia Wadl

 

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