Neue Zentrale der Caritas

 

Jahrhundertprojekt der Caritas Salzburg – Ehrengäste feierten die Eröffnung des Standortes an der Salzburger Friedensstraße

 

SALZBURG (eds/caritas-19.09.2019) / Nach zwei Jahren Bauzeit war es heute soweit: Mit einem Festakt und Segnung durch Erzbischof Franz Lackner wurde die neue Zentrale der Caritas Salzburg in der Friedensstraße eröffnet. Am Donnerstag-Nachmittag lud ein Tag der offenen Tür zum Kennenlernen des Hauses ein. Das moderne Gebäude bietet etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einem Carla-Shop und der Sozialberatung Platz. Nebenan entstand der neue Pfarrkindergarten, hier werden rund 30 Kinder betreut, in den oberen Stockwerken gibt es zehn geförderte Wohnungen.

Ehrengäste aus Kirche und Politik feierten mit der Caritas Salzburg

Erzbischof Franz Lackner OFM segnete die neue Caritas-Zentrale im Süden der Stadt Salzburg und betonte: „Der Glaube ist immer mehr als das bloße Wort. Kein theologischer Satz kann ohne ethische Implikation bleiben; wir sind immer zugleich aufgefordert, unsere Beziehung zu Gott auch im Umgang mit unserem Nächsten auszudrücken. Die Caritas, dieses Wir, das wir auch auf den Plakaten lesen, ist schon vom Namen her Aufruf zum Handeln, nämlich zur aufopfernden Nächstenliebe, zum uneigennützigen Wohlwollen dem Anderen gegenüber. Der letzte Grund dieses guten Tuns liegt in Gott. Gutes tun, aus gutem Grund – weil Gott gut ist, das ist unsere Sendung. Die Caritas möchte ich in diesem Tun weiter bestärken und ermutigen. Ein Kind hat einmal über Schwester Emmanuelle Cinquin, die aufgrund ihres Einsatzes in den Slums von Kairo oft als ,Mutter der Müllmenschen' bezeichnet wurde, gesagt: ,Die hat leicht lachen – sie hat in ihrem Leben ja nur Gutes getan.' In diesem Sinne kann auch die Caritas fröhlich einstimmen – bei all dem, was hier, in diesem Räumen und von diesen Menschen, im Zeichen der Nächstenliebe geschieht.“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer wünschte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Kraft und Freude an der erfüllenden Tätigkeit im täglichen Umgang mit Menschen und unterstrich: „Die Unterstützung der Caritas durch das Land Salzburg ist gut investiert. Zeitgemäße Serviceleistung braucht zeitgemäße und angepasste Infrastruktur, welche am neuen Standort Herrnau optimal gegeben ist. Mit der neuen Caritaszentrale lassen sich die vielen Herausforderungen künftig noch besser erfüllen. Darüber hinaus brauchen wir die Caritas auch weiterhin als verlässlichen Partner, um den Menschen individuelle Hilfe anbieten zu können und künftige Aufgaben zu meistern. Wir sind uns bewusst, dass die Pflege zu den ganz großen Herausforderungen in unserem Land gehört und nehmen uns dieses Themas sehr intensiv an – im Bereich der stationären Pflege, aber und ganz besonders auch im Bereich der Pflege zu Hause."

„Hausherr“ Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg, erklärte beim Festakt: „Die gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen nehmen zu. Jeder zehnte Mensch weltweit ist von Hunger betroffen, in Salzburg haben wir 17.000 Menschen, die von Armut betroffen sind und etwa 1.500 Menschen, die von Wohnungsnot betroffen sind. Da ist es besonders wichtig, dass wir als Caritas unsere Aufgaben und Initiativen weiterhin gut umsetzen können. Alle unsere Bereiche arbeiten nun am Standort Friedensstraße, dadurch steigen Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Effizienz unserer Organisation und wir sind für die Zukunft gerüstet. Ein Jahrhundertprojekt zum 100sten Geburtstag der Caritas Salzburg. Ich bedanke mich im Namen der Caritas Salzburg ganz herzlich bei der Erzdiözese Salzburg, bei der öffentlichen Hand, allen beteiligten Firmen, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie bei den zahlreichen Spendern und Unterstützern. Danke!“

Modern und energieeffizient

Das neue Gebäude ist nach modernsten Standards gebaut: Barrierefreiheit, Energieeffizienz mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe, einer Photovoltaikanlage am Dach und einer modernen Haussteuerungsanlage sowie ein offenes Raumkonzept lösen die bisherigen Arbeitsplätze in der alten Zentrale am Universitätsplatz ab. Dort gab es einfach nicht mehr genug Platz für alle, viele Bereiche waren über das ganze Stadtgebiet verteilt, lange Wege und schwierige interne Kommunikation waren die Folge. Das Haus ist für die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerüstet.

Carla-Shops und Re-Integration in den Arbeitsmarkt

Das Thema Re-Use und Nachhaltigkeit ist heute wichtiger denn je. Im sechsten Carla-Shop in der neuen Zentrale werden gut erhaltene Second-Hand-Kleidung (mehr als 300 Tonnen Kleidung wurden 2018 gespendet) und Produkte aus den Caritas-Werkstätten angeboten. Außerdem leisten die Shops einen Beitrag zur Müllvermeidung und damit zum Umweltschutz. Mit dem Erlös aus den Carla-Shops finanziert die Caritas Projekte für Menschen in Notsituationen.
WiedereinsteigerInnen haben in den Shops die Möglichkeit auf einen beruflichen Neuanfang und Re-Integration in den Arbeitsmarkt. Auch für arbeitslose Jugendliche bietet die Caritas Salzburg mit carlavelorep ein Beschäftigungsprojekt. Hier lernen die Jugendlichen, Fahrräder zu reparieren, zu verkaufen und bekommen Unterstützung bei Bewerbungen. Mehr als 3.000 Räder wurden 2018 repariert, acht Jugendliche konnten in den Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Armut und Obdachlosigkeit

17.000 Menschen sind in Salzburg von Armut betroffen. Die Gründe sind vielfältig: Schicksalsschläge, Trennungen, Krankheiten oder der Verlust der Arbeit. Wer Hilfe braucht, kann sich an die Sozialberatung der Caritas wenden. Dieser Bereich ist in der neuen Zentrale über einen von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Zugang erreichbar, damit die Menschen, die Rat und Hilfe suchen, anonym bleiben können. In den Beratungseinrichtungen arbeiten überwiegend SozialarbeiterInnen, finanziert wird das Angebot aus Spenden.

 

Foto: Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, Stadträtin Anja Hagenauer, Erzbischof Franz Lackner, Caritas Salzburg Direktor Johannes Dines, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Caritas Österreich Präsident Michael Landau und Landesrätin Andrea Klambauer bei der feierlichen Eröffnung der neuen Caritas-Zentrale.

Fotos: Caritas/Neumayr

 

 

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