Neuer Rektor betont Relevanz universitärer Theologie

 

Hendrik Lehnert, neuer Rektor der Universität Salzburg, betonte im Zuge der Studienjahreröffnung die Relevanz der Katholisch-Theologischen Fakultät

 

SALZBURG (eds/kap-27.9.2019) / Mit einem Bekenntnis zur bleibenden Relevanz der Theologie und der Theologischen Fakultät hat der neue Rektor der Universität Salzburg, Prof. Hendrik Lehnert, aufhorchen lassen: Die Theologische Fakultät bilde nicht nur den historischen Kern der Universität Salzburg, sie werde "auch künftig gebraucht, um auf höchstem akademischen Niveau die großen Fragen des Menschseins und der Gesellschaft zu reflektieren" und "im Konzert der Wissenschaften über ethische Herausforderungen interdisziplinär zu diskutieren". Das betonte Lehnert in einem Grußwort bei der traditionellen Eröffnung des Studienjahres am Dienstag an der Theologischen Fakultät. Der deutsche Mediziner trat per 1. Oktober die Nachfolge des langjährigen Rektors, Theologen und Philosophen Heinrich Schmidinger an.

Begrüßt wurde Lehnert vom Dekan der Fakultät, Prof. Alois Halbmayr. Dieser skizzierte in seiner Eröffnungsrede die aktuellen Herausforderungen, vor denen die gesamte Universität aber auch die Theologische Fakultät stehe - dazu gehörten etwa die Themen Studienplatzfinanzierung, der Status des Faches Theologie an staatlichen Universitäten sowie das sich wandelnde politische und gesellschaftliche Klima, zu dem sich auch die Theologie verhalten müsse. "Mehr denn je" gelte es, darauf hin zu wirken, dass Theologie sowohl universitär als auch gesellschaftlich als unentbehrlich erkannt werde, so der Dekan.

Innovative Projekte

Im Blick auf diese Herausforderungen sei die Theologische Fakultät insgesamt "sehr gut aufgestellt", unterstrich Halbmayr und verwies auf zahlreiche innovative Projekte der Fakultät in den vergangenen Jahren. Dazu zähle etwa der Fakultätsschwerpunkt "Theologie Interkulturell und Studium der Religionen", aber auch die Zentren zur Armutsforschung und die Ostkirchenkunde und die renommierten und in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen "Salzburger Hochschulwochen". Zuletzt sei es außerdem gelungen, die Professur für "Religious Studies" auf Dauer zu stellen. "Dies ist ein enorm wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung unseres Fakultätsschwerpunktes", erinnerte Halbmayr.

Zugleich richtete Halbmayr einen Dank an den scheidenden Rektor Schmidinger, dem es gelungen sei, "eine Fakultät zu übergeben, der er zwar einiges abverlangt hat, zugleich aber hat er dafür gesorgt hat, dass die Fakultät unter schwierigen Rahmenbedingungen auf einer soliden Basis steht".

Geschichte der Fakultät

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg bildet den Kern der Universität Salzburg. 1617 gründete Fürsterzbischof Paris Lodron ein Gymnasium als Vorstufe zur Universität. 1622 eröffnet er die Benediktiner-Universität, die nach der Auflösung der Erzdiözese Salzburg und der Angliederung der Region an Bayern 1810 aufgelöst wurde. An ihre Stelle traten in Folge ein "Lyzeum" (philosophische Lehranstalt) mit einer theologischen und einer philosophischen Sektion sowie eine medizinisch-chirurgische Lehranstalt. Nach der Auflösung des "Lyzeum" 1850 wurde die theologische Sektion wieder zu einer Universitätsfakultät erhoben. 1938 wurde sie im Zuge des "Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich geschlossen. Erst 1962 wurde sie wieder errichtet.

Heute zählt die Fakultät etwa 400 Studierende. Neben einem Bachelor-/Masterstudiengang Lehramt Katholische Religion bietet die Fakultät u.a. einen Studiengang Religionspädagogik sowie den Diplomstudiengang Katholische Fachtheologie. Darüber hinaus bietet die Fakultät Masterstudiengänge im Bereich Religious Studies sowie Lehrgänge zur Syrischen Theologie und zur Spirituellen Theologie. Zu den Besonderheiten der Salzburger Fakultät zählen weiters das "Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen", das "Zentrum für Ethik und Armutsforschung" sowie das "Zentrum zur Erforschung des Christlichen Orients" (ZECO). 

 

Foto: Kathpress

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