Ökumene braucht Neugier und eine "geeinte" Stimme

 

Beim ökumenischen Empfang teilte der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis seine Erfahrungen aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern 

 

SALZBURG (eds-8. 1. 2020) / Beim jährlichen ökumenischen Empfang gestern Abend im Kardinal-Schwarzenberg-Haus teilte der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis im Beisein von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Salzburger Ökumene und der Stiftung PRO ORIENTE Salzburg seine Erfahrungen aus Arbeit und Organisation der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern. Erzbischof Franz Lackner konnte am Empfang nicht teilnehmen; in dem von Weihbischof Hansjörg Hofer verlesenen Grußwort plädierte der Salzburger Erzbischof für eine geeinte Stimme in ethischen Fragen.

Geeinte Stimme in ethischen Fragen

In der von Weihbischof Hansjörg Hofer verlesenen Grußbotschaft rief Lackner zum gemeinsamen Nachdenken über ethische Fragen auf: „Als christliche Kirchen sind wir aufgerufen, zumindest im Blick auf die wichtigsten ethischen Fragen unserer Zeit zukünftig verstärkt mit geeinter Stimme zu sprechen.“ Es gelte, „ein gemeinsames, ökumenisch verantwortetes und biblisch fundiertes christliches Menschenbild zu erarbeiten“, betonte Lackner. Angesichts der zunehmenden Marginalisierung des Christentums erhielten die unterschiedlichen Aussagen der christlichen Kirchen im Bereich der Ethik und der Lehre vom Menschen eine besondere Brisanz, so Lackner.

Es braucht solide Strukturen

Georgios Vlantis betonte in seinem Vortrag die Bedeutung von institutionellen Strukturen für den ökumenischen Dialog der christlichen Konfessionen: „Um Spaltung zu heilen, braucht es solide Strukturen, die die Verschiedenheit zur Sprache bringen, aber das Gespräch ermöglichen. Es braucht ein organisiertes Gegenüber.“ Ökumene bedeute für Vlantis, „Neugier für das zu haben, was der andere ist und hat“. Vor allem junge Menschen spreche diese Dimension an, ist sich der Geschäftsführer der ACK in Bayern sicher.

Michael Max nun wieder Vorsitzender der Kommission für Ökumene der Erzdiözese

Im Rahmen der Feierlichkeiten überreichte Weihbischof Hofer im Auftrag von Erzbischof Lackner das Ernennungsdekret für den Vorsitz der Ökumene-Kommission der Erzdiözese an den designierten Rektor des päpstlichen Instituts Santa Maria dell' Anima in Rom, Michael Max (49).

Der Ökumenische Empfang findet jährlich anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen statt (18. bis 25. Jänner) und wird von der Stiftung PRO ORIENTE Sektion Salzburg organisiert.

Foto1: Georgios Vlantis, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Bayerns (ACK) beim Vortrag

Foto2: Pfarrer und Generalvikar der altkatholischen Kirche, Martin Eisenbraun, Vorsitzender Ökumenischer Arbeitskreis Salzburg, Weihbischof Hansjörg Hofer, Referent Georgios Vlantis, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Bayerns (ACK), Dietmar W. Winkler, Vorsitzender PRO ORIENTE Salzburg, Matthias Hohla, Referent für Ökumene und Dialog der Religionen in der Erzdiözese, griechisch-orthodoxer Pater Ilias Papadopoulos, Priester John Reves von der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, Leiter des Byzantinischen Gebetszentrums (v.l.)

Fotos: Erzdiözese Salzburg

 

 

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