Ostergedanken

 

Die frohmachende Botschaft von der Auferstehung jenen Menschen bekannt zu machen, die Hoffnungslosigkeit, Depression und Sinnleere plagen, nennt Erzbischof Dr. Franz Lackner in seinem Osterbrief als wichtige Aufgabe von Christinnen und Christen. 

 

Ich war oft mit Gruppen engagierter Jugendpfarrgemeinderäte auf den Fußspuren Jesu im Heiligen Land unterwegs. Ein geistlicher Höhepunkt war dabei das Erleben der Grabeskirche in Jerusalem. Zu Recht wird sie auch Auferstehungskirche genannt. An diesem Ort entdecken Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome früh morgens beim Sonnenaufgang das leere Grab und vernehmen die Botschaft des Engels: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier! Er ist auferstanden!“ 

Das ist die frohe Botschaft und sie ist der Gemeinschaft der Gläubigen anvertraut, die Erinnerung an das Geschehene in jener wundersamen Osternacht wach und lebendig zu halten. Wir tun das, indem wir an die Auferstehung, das ist die Überwindung von Leid, Trauer und Tod glauben. Wie  Maria aus Magdala, die vor dem leeren Grab steht und weint. Ihr Glaube lässt sie bleiben. Die Jünger sind wieder nach Hause gegangen, nachdem sie gesehen hatten, dass das Grab leer war. Maria bleibt dort, sie harrt aus, am Ort des Todes gegen jede Hoffnung zu hoffen.

Botschaft an die Ränder der Welt tragen
Jemand hat auf seinen Grabstein nur das eine Wort „attamen“ schreiben lassen, Dennoch! Trotzdem ! Diese Dynamik über das Faktische hinaus, das zeichnet gläubige Menschen aus. Und Gott hat sie nicht enttäuscht. Maria von Magdala steht für diese Glaubensbewegung. Sie ist die Erste, die der Auferstandene mit Namen anruft: „Maria!“ Daran sich erinnernd haben Christen zu allen Zeiten an den Grabhügeln ihrer Lieben das Glaubensbekenntnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi gesprochen. Die Auferstehungsbotschaft „Er, der tot war, lebt! Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ bekommt an den Gräbern eine letzte Wirklichkeit. 
Diesen ersten Auferstehungszeugen verdanken wir unseren Glauben. So wie ihnen ist auch uns aufgetragen, mit dieser frohmachenden Botschaft hinauszugehen, an die Ränder der Welt, wo oft viel Hoffnungslosigkeit, Depression und Sinnleere herrschen. Um ihnen zu sagen, es gibt sie die Auferstehung, die Überwindung von Leid und Tod. Nicht nur am Ende des Lebens, sondern schon jetzt, im Hier und Jetzt.

Das wünsche ich allen Menschen, unabhängig von Religion und Weltanschauung, besonders aber jenen, die Bedrängnis und große Not erleiden, die um ihres Glaubens wegen Folter und Tod fürchten müssen. Danken wir für die großartige Gnade und beten wir zu Gott: Widerstehen wir den destruktiven und negativen Mächten. Lasst uns alle guten und positiven Kräfte vereinen, zum Wohle aller Menschen und zur Ehre Gottes!

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest!
Erzbischof Dr. Franz Lackner

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