Papst ruft ein Heiliges Jahr aus

 

Jahr der Barmherzigkeit vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016

 

Vatikanstadt, 7.4.2015 (eds/KAP) Papst Franziskus ruft am 11. April offiziell das nächste Heilige Jahr aus. Die Proklamation findet am Vorabend des sogenannten Barmherzigkeitssonntags statt. Auch das Heilige Jahr soll dem Thema Barmherzigkeit gewidmet sein. Es beginnt am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November 2016.

Das letzte ordentliche Heilige Jahr fand im Jahr 2000 statt. Damals kamen rund 25 Millionen Pilger und Touristen nach Rom. Turnusgemäß sind solche Jubiläen alle 25 Jahre vorgesehen. Während eines Heiligen Jahres sind Katholiken aufgerufen, nach Rom zu den Gräbern der Apostel zu pilgern und die römischen Hauptkirchen zu besuchen.

Die Pilgerfahrt ist mit einem besonderen vollkommenen Ablass verbunden. Das Heilige Jahr beginnt traditionell mit der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms durch den Papst. Organisator des bevorstehenden Heiligen Jahrs ist der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung.

Das Heilige Jahr sei auch eine "Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzusetzen", heißt es in einer früheren Mitteilung des Vatikan. Genau 50 Jahre vor Beginn des Heiligen Jahres, am 8. Dezember 1965, endete das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das grundlegende Reformen in der katholischen Kirche angestoßen hatte.

Für Papst Franziskus ist Barmherzigkeit "der" Begriff für die Liebe Gottes, der Schlüsselbegriff seines Pontifikates und der Kern des Evangeliums schlechthin. "Etwas mehr Barmherzigkeit verändert die Welt; es macht sie weniger kalt und mehr gerecht", erklärte er bereits bei seiner ersten Ansprache als Papst am 17. März 2013.

Barmherzigkeit ist ein Leitbegriff des Christentums, der das zentrale Wesen Gottes beschreibt. Im Alten wie im Neuen Testament findet er sich an vielen Stellen. "So hoch wie der Himmel über der Erde ist, reicht seine Barmherzigkeit", heißt es etwa in Psalm 103. Jesus erzählt zahlreiche Gleichnisse, die die Barmherzigkeit Gottes verdeutlichen - allen voran die Geschichte des barmherzigen Samariters (Lk 10,25-37). Und auch die Bergpredigt widmet sich dem Thema, "Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen" (Mt 5,7).

Wie die Barmherzigkeit konkret gelebt werden kann, formuliert die christliche Tradition etwa in den sogenannten sieben Werken der Barmherzigkeit. Dazu gehört Hungrige zu speisen, Dürstenden zu trinken zu geben, Nackte zu bekleiden, Fremde aufzunehmen, Kranke und Gefangene zu besuchen sowie Tote zu begraben. Die Barmherzigkeit richtet sich dabei an alle Menschen - ungeachtet ihrer Religion und Herkunft; diese vorbehaltlose Unterstützung ist es auch, die Menschen am Christentum schätzen - sei es in Form von Lebensmittelausgaben der Caritas, in der Obdachlosenhilfe oder in Hospizen.

Zurück