Papstorden: Pfarrhausfrau und Musikerin ausgezeichnet

 

Erzbischof Franz Lackner überreichte päpstlichen Orden Pro Ecclesia et Pontifice an Sylvia Fritzenwallner und Christine Wallinger

 

 

 

SALZBURG (eds-9.5.2019) / Erzbischof Franz Lackner hat am Donnerstagvormittag den Orden Pro Ecclesia et Pontifice an zwei Frauen überreicht, die sich um die Erzdiözese Salzburg und die katholische Kirche verdient gemacht haben: Pfarrhausfrau und pastorale Mitarbeiterin in Mariapfarr, Sylvia Fritzenwallner (44), und an die pensionierte Lehrerin, aber immer noch aktive Musikerin Christine Wallinger (76) aus Bruck an der Glocknerstraße.

„Mit jeder Ordensauszeichnung feiert die Kirche Erntedank, weil so viel Gutes, so viel Einsatz für den Glauben geschieht – für all das können wir nur dankbar sein“, sagte Erzbischof Franz Lackner. Mit der Auszeichnung von Sylvia Fritzenwallner und Christine Wallinger wolle die Erzdiözese diesen Dank zum Ausdruck bringen. Gerade heute sei es wichtig, das Gute in den Vordergrund zu stellen und den unermüdlichen Einsatz von Menschen zu würdigen und sichtbar zu machen, ist sich Erzbischof Lackner sicher. Das Engagement beider Ausgezeichneten im Kinder- und Jugendbereich strich der Salzburger Erzbischof bei der Ordensverleihung besonders hervor, ebenso das Fördern von so manchen Talenten, die ihrerseits ihr Können für die Pfarre und die Kirche einbringen.

In ihrer Laudatio strich Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr den Einsatz der beiden Ordensträgerinnen im Bereich der Kirchenmusik und Musikvermittlung heraus. Kandler-Mayr betonte: „Der Einsatz der Ausgezeichneten geht weit über das zu Erwartende hinaus – und das wollen wir heute würdigen.“ Gerade heute müsse man angesichts von Materialismus und Konsumorientiertheit Menschen vor den Vorhang holen, die sich ehrenamtlich für das Pfarr- und Gemeinwohl einsetzen, sagte Kandler-Mayr und gratulierte den beiden Ausgezeichneten für ihre herausragende Arbeit.

Sylvia Fritzenwallner (44) ist von Beruf Pfarrhausfrau und pastorale Mitarbeiterin und arbeitet mittlerweile seit 25 Jahren in Pfarren der Erzdiözese aktiv mit. Seit 1993 ist sie Pfarrhausfrau von Pfarrer Bernhard Rohrmoser; zunächst in Wagrain, in Kleinarl und seit 2004 schließlich in Mariapfarr. Berufsbegleitend absolvierte Fritzenwallner die theologische Ausbildung für pastorale Mitarbeiter und übernahm in der Folge neben der Tätigkeit als Pfarrhausfrau immer mehr Aufgaben in der Seelsorge. Auch ehrenamtlich setzte sich Fritzenwallner über die Jahre in verschiedenen Bereichen ein, unter anderem hat sie ehrenamtlich Aufgaben der Pfarrsekretärin in der Pfarrkanzlei übernommen; musikalisch ist Fritzenwallner als Sängerin und Zitherspielerin aktiv; in der Messgestaltung arbeitet sie außerdem als Lektorin, Kantorin und Kommunionhelferin mit. Die 44-Jährige ist in verschiedenen Vereinen aktiv und gilt als gute Netzwerkerin. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Ministrantendienst – immer wieder gelingt es ihr, neue Ministrantinnen und Ministranten  für den Dienst am Altar zu begeistern. Derzeit sind 80 Ministrantinnen und Ministranten in Mariapfarr aktiv.

Christine Wallinger ist seit 60 Jahren in der Pfarre Bruck aktiv. Christl Wallinger, wie die pensionierte Lehrerin liebevoll genannt wird, hat sich in jahrzehntelangem ehrenamtlichen Engagement für die Pfarre und vor allem für eine lebendige Kirche eingesetzt. Seit 1958 gehört sie dem Pfarrausschuss an und ist auch jetzt noch im Pfarrgemeinderat aktiv. Ihr Engagement als Musikerin und Chorleiterin wird in der Pfarre besonders geschätzt: So spielt sie an jedem Sonn- und Feiertag die Orgel, gründete und leitet nach wie vor Chöre und Scholen, wie etwa den Singkreis Bruck, den Kinderchor der Volksschule, die Jugendschola, den Jugendchor und die Mixed Voices – viele Talente wurden durch Wallinger gefördert, die wiederum in Vereinen und in der Kirche ihr Wissen weitergeben. Mit der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils fiel Wallinger die Aufgabe zu, die Neuerungen in der Liturgie einzuführen und zu fördern; vor allem galt dies der aktiven Beteiligung der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Wallinger war darüber hinaus auch in der Tauf-, Erstkommunion- und Firmvorbereitung aktiv. Sie gibt Kindern mit Migrationshintergrund Nachhilfe und plant und leitet seit mehr als 50 Jahren die Sternsingeraktion der Pfarre. Wallinger erfand das Pinzgauer Adventsingen, das weit über die Grenzen des Salzburger Gaues Bekanntheit erlangte. Das kulturelle Leben der Gemeinde bereichert sie zudem durch Mitgestaltung von Muttertagsfeiern und Musicals, wobei hier auch Kinder und Jugendliche engagiert mitwirken. Auch das Mariensingen und das Passionssingen unter ihrer Leitung gehören zum festen Ablauf des Jahreskreises. 1991 hatte Wallinger bereits den erzdiözesanen Verdienstorden der heiligen Rupert und Virgil in Silber für ihr Engagement erhalten.

Das Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice (lat. „Für Kirche und Papst“) ist ein päpstliches Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Anliegen der Pfarre, der Kirche als Gemeinschaft und des Papstes. Gestiftet wurde das Ehrenzeichen von Papst Leo XIII. am 17. Juli 1888. Es kann sowohl an Mitglieder des Klerus als auch an männliche und weibliche Laien verliehen werden. Die Auszeichnung besteht in einem stilisierten Kreuz mit dem Wappen des Papstes – in der Mitte sind die Apostel Petrus und Paulus dargestellt. Das Kreuz wird von einem Ordensband in den Kirchenfarben Gelb und Weiß gehalten.

Fotos: Erzdiözese Salzburg

 

 

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